Die Stadtverwaltung in Gumbinnen von 19001945
von Fritz Broszukat (Quelle: Gumbinnen von Dr. Grenz)
 

In der verhältnismäßig kurzen Zeit von der Jahrhundertwende bis zum Ersten Weltkrieg hat die Stadtverwaltung eine Fülle großer Aufgaben gelöst, die teils aus eigener Initiative geboren, teils auf Drängen des Staates zurückzuführen waren. Hierzu gehören neben der Erweiterung des Schlachthofes, der Gasanstalt und des Wasserwerkes im Jahre 1904 die Übernahme der städtischen Realschule gegen einen jährlichen Zuschuss der Stadt durch den Staat, der diese Schule gemeinsam mit dem Gymnasium in einem Neubau in der Meiserstraße unterbrachte.
 
Im Jahre 1905 schloss die Stadt ihr Krankenhaus, das räumlich nicht mehr aus­reichte und dem Altersheim Platz machte. Nach einer Vereinbarung zwischen Stadt und Kreis nahm dieser dafür eine Erweiterung des Kreiskrankenhauses vor, während die Stadt als Gegenleistung im Zug der Meelbeckstraße eine zweite Fahrbrücke (vor­her war dort eine Holzbrücke) erbaute. Eine fühlbare finanzielle Belastung übernahm die Stadt weiter durch den Bau der Kanalisation in den Jahren 1908/11 sowie die Errichtung des Elektrizitätswerkes. Die kommunale Arbeit der Vorkriegszeit schließt ab mit dem Landankauf für die beiden Nebenbahnen nach Wehrkirchen (Szittkehmen) (Kr. Goldap) und Angerburg.
 
Die kommunalpolitische Entwicklung der Stadt fand durch den am 1. August 1914 ausgebrochenen Ersten Weltkrieg einstweilen ein Ende. Gumbinnen war zu­nächst Kriegsgebiet, dann Etappengebiet, ehe es auch aus diesem nach der Winter­schlacht in Masuren im Februar 1915 ausschied.
 
Als kurz darauf der Räumungsbefehl aufgehoben worden war, kehrten die evakuierten Einwohner wieder zurück. Nun galt es für die Stadtverwaltung zunächst, gemeinsam mit den hierfür errichteten staatlichen Dienststellen den Wiederaufbau der kriegszerstörten Gebäude zu för­dern. Einige zerstörte Gebäude baute die Stadt nach Erwerb der Grundstücke und Übernahme des Kriegsschadens für eigene Rechnung auf. In der Folgezeit war die Arbeit der Stadtverwaltung in erster Linie von der Kriegswirtschaft in Anspruch ge­nommen, die äußerst mühevoll und erschwert war. Hierzu gehörten die Beschaffung von Lebensmitteln und ihr Verkauf an die Bürgerschaft durch ein städtisches Lebens­mittelgeschäft, Einrichtung einer städtischen Schlachterei und Wurstfabrik, Versor­gung der Bevölkerung mit weiteren Bedarfsgütern, insbesondere auch mit Brenn­holz und Torf, Einrichtung einer städtischen Kriegsküche, die z. B. im Jahre 1918 insgesamt 60.191 Portionen ausgab. Um den Eigentümern der kriegszerstörten Ge­bäude einen größeren Wiederaufbau zu ermöglichen, übernahm die Stadtgemeinde ferner selbstschuldnerische Bürgschaft von hypothekarisch gesichertem Wechselkredit von der Kriegskreditbank.
 
Der kommunalpolitische Plan, die Rominte (damals noch Pissa) über den Oberpregel hinaus schiffbar zu machen, wurde durch den Ausgang des Krieges hinfällig. Weitere große Pläne der Stadt während der Kriegszeit waren dagegen von Erfolg gekrönt: Durchführung des Umlegungsverfahrens für den von der Wilhelmstraße, Lazarettstraße, Moltkestraße und Kirchenstraße umschlossenen Teil des Stadtbezirks, Ankauf des Eckertschen Stadtgutes mit dem Rest des Fichtenwäldchens, Errichtung einer städtischen Sparkasse und am 1. April 1918 die Eingemeindung der Land­gemeinde Norutschatschen, die etwa 4.000 Einwohner zählte. Mit diesem Projekt kam eine für die städtische Entwicklung überaus wichtige Angelegenheit zum Abschluss, die bereits seit 1904 schwebte.
 
Die darauf folgende Periode brachte für die Stadt Unerfreulichkeiten und Schwierigkeiten besonderer Art, denn die Kontrolle der Stadtverwaltung durch den Arbeiter- und Soldatenrat hemmte die parlamentarische Arbeit bis nach den Neu­wahlen der Vertretungskörperschaften auf demokratischer Grundlage. Das Zurück­fluten der Truppen und der Verlust der größten Teile der Provinzen Westpreußen und Posen lösten eine starke Wohnungsnot aus, der man durch Errichtung eines städtischen Wohnungsamtes zu steuern versuchte. Übergroße Wohnungen wurden zu dem gleichen Zwecke mit städtischen Beihilfen geteilt. Ganz besonders entfaltete die von der Stadt gegründete Gemeinnützige Baugesellschaft m. b. H. eine rege Bau­tätigkeit, die sie auch während der Inflation fortsetzte. Es entstanden zunächst die Häuserblocks in der Königstraße, Bismarckstraße, Moltkestraße und Luisenstraße sowie die Wohnungen in der Freiheit. Später erwarb die Gemeinnützige Bauge­sellschaft einige Häuserblocks der ehemaligen Ulanenkaserne und errichtete auf dem Kasernengelände sowie in der Mackensenstraße weitere Wohnhäuser. Um den Klein­wohnungsbau zu fördern, sind im Siedlungsabschnitt Preußendorf eine ganze Anzahl sogenannter Volkswohnungen gebaut worden. Die Einrichtung der Gemeinnützigen Baugesellschaft erwies sich als recht segensreich, zumal die Wohnungen durchweg zu tragbaren Mietpreisen abgegeben werden konnten. Durch weitsichtigen Bau­landerwerb, umsichtige Planungen und Vermeidung jeder Spekulation entwickelte sich die „Gemeinnützige" im Laufe der Zeit zu einem beachtlichen, gesunden Woh­nungsunternehmen, das in der Stadt unerreicht dastand. Zuletzt bewirtschaftete sie 832 Wohnungen, 3 Läden und l Gastwirtschaft mit Ausspannung.
 
Die Inflation der Jahre 1921—1923 stellte an die Stadtverwaltung außerordent­liche Anforderungen, warf ihr allerdings durch den Schwund der städtischen Schul­denlast auch ungeahnte Gewinne in den Schoß, die für spätere Bauten nutzbar ge­macht werden konnten. In sozialer Hinsicht sind besonders die Schulspeisung bedürfti­ger Kinder und die Ferienkolonie in Fichtenwalde zu nennen, die jährlich acht Wo­chen hindurch einer großen Anzahl unterernährter Kinder Erholung und Gesundung brachte. Trotz der Ungunst der folgenden Zeit, trotz vorhandener Widerstände und mancher Schwierigkeiten bewiesen der Bau städtischer Anschlussgleise für die Gumbinner Industrie und stadteigener Lagerplätze, die Erweiterung des Fichtenwaldes, der bis an die Stadt herangeführt wurde, die Aufforstung einer größeren Fläche am Tilsiter Tor, der Bau der Jahn-Turnhalle, die Schaffung des Sportplatzes, der Bau der Badeanstalt Blumenau und die Vereinigung der Städtischen und der Kreisspar­kasse, dass ein frischer Unternehmungsgeist herrschte, der sich durch nichts unter­drücken ließ und sich auch vor Rückschlägen nicht beugte. An solchen Schlägen hat es in diesem Zeitabschnitt nicht gefehlt.
 
Eine Reihe von Behörden und Einrichtungen wurde trotz heftigster Gegenwehr der Stadt von Gumbinnen fortverlegt: Die Heb­ammenlehranstalt, die Schutzpolizei, das Hauptzollamt, das Versorgungsamt und das Eisenbahnbetriebsamt. Allerdings war es noch im letzten Augenblick möglich, die bereits gestrichene Garnison für Gumbinnen zu retten und das Telegrafenbauamt, das Überlandwerk sowie das Kraftwerk, das den nördlichen Teil der Provinz mit Strom versorgte, nach langwierigen Bemühungen herzuziehen. Der Kampf um die Technische Staatslehranstalt für Maschinenwesen endete mit dem Siege der Stadt­verwaltung gegenüber einer Anzahl anderer Bewerber. Auch der Neubau der Cecilienschule, die Einrichtung des Oberlyzeums und die mit der Verstaatlichung dieser Anstalt verbundene Entlastung des Stadtsäckels bedeuteten für die Stadt Erfolge, die seit vielen Jahren erstrebt und ersehnt wurden. Kein Erfolg fiel der Stadt ohne Anstrengungen zu, jede dieser Einrichtungen musste mühevoll erarbeitet und erstrit­ten werden. Aber nicht nur um neue Einrichtungen, sondern auch um die Erhaltung einiger sehr wichtiger Gumbinner Behörden musste gerungen werden. Wiederholt war z. B. die Regierung in Gefahr; zuerst, als der Neubau erforderlich wurde und sich andere Städte mit verlockenden Bauplänen um den Regierungssitz bewarben, später, als die Gumbinner Regierung durch eine Verwaltungsreform bedroht war und der Regierungsbezirk aufgeteilt werden sollte. Hoffnungslos schien der Kampf um die Oberpostdirektion. Nachdem ihre Auflösung 1925 ständig angedroht und nur von Jahr zu Jahr zurückgestellt wurde, war der Abbau 1932 beschlossene Sache. Er war amtlich veröffentlicht, und die erforderlichen Unterschriften waren bereits geleistet. Trotzdem gelang es, den schon verfügten Abbau rückgängig zu machen. 
 
Gumbinnen war inzwischen von einer Kleinstadt zu einer ansehnlichen Mittel­stadt angewachsen. Es war eine Stadt, die nach Aussehen, Handel und Wandel, mit allen modernen Einrichtungen versehen, sich selbst vor weit größeren Städten west­lich der Weichsel nicht zu verstecken brauchte. Auf die Pflege und Erweiterung der Grünanlagen ist stets besonderes Augenmerk gerichtet worden. Die Dammanlagen mit Springbrunnen, Kriegerdenkmälern und Elchstandbild luden die Bürger zum Lustwandeln ein. Besondere Vergnügen waren im Sommer die Bootsfahrten auf dem Fluss und im Winter der außerordentlich rege Betrieb auf den Eisbahnen inmitten der Stadt.


Als nach 1933 die Arbeitslosigkeit beseitigt werden konnte, folgte den verschie­denen regierungsseitigen Maßnahmen eine allgemeine wirtschaftliche Aufwärtsent­wicklung, die sich wieder durch ein erhöhtes Steueraufkommen auf die städtischen Finanzen auswirkte. Dadurch war es möglich, verschiedene Straßen auszubauen, ins­besondere aber das Baugelände hinter dem Sportplatz und im Siedlungsgebiet Anna­hof, später ebenso den Stadtteil Preußendorf zu erschließen. In den beiden letzten Wohngebieten fanden 2.296 Einwohner gesunde Wohnstätten. Im Jahre 1934 erwarb die Stadt das Grundstück „Waisenhaus Daheim" und verpachtete es für andere Zwecke.
 
Als die Stadtverwaltung zwangsläufig weitere Aufgaben übertragen erhalten hatte, erwies sich das aus dem Jahre 1898 stammende Rathaus als zu klein, zumal dessen Erweiterung bereits 1914 vorbereitet war. Verschiedene Dienststellen, wie Stadtbauamt, Wohlfahrtsamt, Standesamt und Stadtsteueramt waren seit Jahren verstreut in der Stadt untergebracht. Nichts lag deshalb näher, als den Bau eines neuen Rathauses anzustreben. Die Verlegung der Handwerkskammer und der mit ihr verbundenen Gewerbeförderungsanstalt nach Königsberg im Jahre 1935 waren für die Stadt zwar ein großer Verlust, doch bot sich nun die günstige Gelegenheit, deren Gebäude zu erwerben und nach erfolgtem Um- und Durchbau als Rathaus zu verwenden. So entstand 1936 mit einem verhältnismäßig geringen Kostenaufwand in den Gebäuden Gartenstraße 2/4 ein neues Rathaus, das rein äußerlich zwar nur den Eindruck eines Bürohauses bot, dafür aber die gesamte Stadtverwaltung in hellen lichten Räumen zusammenfasste. Breite Flure und bequeme Treppenaufgänge führten zu den zweckmäßig untergebrachten Dienststellen. Der Geschäftsverkehr konnte sich nunmehr reibungslos abwickeln. Das Polizeigewahrsam und das Feuerwehrdepot verblieben allerdings auf dem alten Rathausgrundstück Königstraße 7. Um dem vor dem neuen Rathaus liegenden Magazinplatz einen würdigen Rahmen zu geben, wur­den der Vieh-, Pferde- und Jahrmarkt auf einen eigens hierfür eingerichteten Platz vor Annahof verlegt.
 
Vor dem Rathaus entstand eine schmucke Grünanlage mit bequemer An- und Abfahrtsstraße. Dadurch gewannen sowohl der Platz als auch das von der Stadt mit Bäumen umpflanzte Magazingebäude ungemein.
 
Nach eingehenden strukturellen Untersuchungen teilte eine großzügig angelegte Stadtplanung den einzelnen Lebensbezirken den standortmäßig günstigsten Platz für Wohnen, Gewerbe und Industrie innerhalb der städtischen Entwicklung und Boden­nutzung zu.
 
Als künftiges Industriegelände war das zwischen Annahof und der verlängerten Kasernenstraße gelegene Luzeller Land vorgesehen. Mit der Zeit sollten die größeren Betriebe aus der Stadt dorthin verlagert werden, vor allem auch die Gasanstalt, die an dem bisherigen Standort aus mancherlei Gründen unmöglich verbleiben konnte. Nach und nach erwarb die Stadt die dortigen Parzellen käuflich oder im Tausch­wege, um einem baulichen Durcheinander von vornherein entgegenwirken zu können.
 
Aus der Geschichte unserer Heimatstadt Gumbinnen sind für den hier behandelten Zeitraum Wirken und Schaffen unseres Stadtoberhauptes Willy Schön nicht wegzu­denken. Am 20. April 1879 in Schneidemühl geboren, trat er nach beendetem Studium im Jahre 1911 als juristischer Hilfsarbeiter beim Magistrat Gumbinnen ein; ein Jahr später wurde er bereits Bürgermeister. Seine vorbildliche Tätigkeit zum Wohle der Stadt ist schon 1916 gekrönt worden durch die Wahl zum Ersten Bürgermeister, die nach Beendigung der ersten Wahlperiode 1928 die Vertretungskörperschaft einstim­mig wiederholte. Damit kam seine Wertschätzung zum Ausdruck, der er sich in allen Bevölkerungskreisen erfreute. Stets aufgeschlossen für die Belange der Einwohner­schaft, blieb er fortgesetzt bemüht, die Entwicklung der Stadt in jeder Weise zu för­dern. Die Eingemeindung des etwa 4000 Einwohner zählenden Vorortes Norutschatschen ist sein Werk, desgleichen der Erwerb des Eckertschen Stadtgutes mit dem Rest des Fichtenwäldchens. Nach langwierigen Bemühungen gelang es ferner unserem Gemeindeleiter, das Telegrafenbauamt, das Überlandwerk sowie das Kraftwerk, das den nördlichen Teil der Provinz Ostpreußen mit Strom versorgte, in unseren Stadt­bereich zu ziehen. Hervorgehoben zu werden verdienen weiter die Erfolge auf dem Gebiete des Schulwesens, insbesondere die Einrichtung der Technischen Staatslehran­stalt für Maschinenwesen in Gumbinnen, der Neubau der Cecilienschule sowie die Einrichtung des Oberlyceums. Aber auch um die Erhaltung einiger sehr wichtiger Gumbinner Behörden musste von ihm gerungen werden, nämlich der Regierung und der Oberpostdirektion, für die an höchster Stelle andere Pläne bestanden. Als ein be­sonderer Verfechter der Selbstverwaltungsgedanken des Freiherrn vom Stein galt sein Bemühen dem Ziel, die kommunale Selbstverwaltung zu stärken. Da seine Be­strebungen nicht nur in Fachkreisen, sondern auch darüber hinaus Beachtung fanden, hatte er Vorstandsämter sowohl im Ostpreußischen Städtetag als auch im Reichs­städtebund inne.
 
Als Erster Bürgermeister Schön 1937 in den Ruhestand treten musste, erlahmte seine Schaffensfreudigkeit keineswegs. In kommunalen Organisationen wirkte er an seinem neuen Wohnsitz Berlin weiter, besonders nach 1945, auch dann, als er bereits das biblische Alter erreicht hatte. Von schweren Schicksalsschlägen blieb Schön nicht verschont. Jeder Gumbinner empfand mit ihm, als seine Lebensgefährtin sowie die älteste Tochter Opfer eines Fliegerangriffes wurden und ein Sohn fiel. Gleichwohl nahm er an dem Ergehen seiner Landsleute nach der zwangsweisen Räumung der Heimat regsten Anteil und half jedem, so weit es in seinen Kräften stand. Am 19. November 1955 ging er als einer der Treuesten von uns.
 
In die Zeit der kommunalpolitischen Aufwärtsentwicklung der Stadt Gumbinnen fiel der Beginn des Zweiten Weltkrieges, der die Stadtverwaltung wieder vor neue Aufgaben stellte, die aber auf Grund der im Ersten Weltkriege gesammelten Erfah­rungen planmäßiger in Angriff genommen werden konnten. Als Auftragsangelegen­heit waren zunächst das Wirtschafts- und das Ernährungsamt einzurichten, um die diesmal sofort einsetzende Zwangswirtschaft durchführen zu können. Zur Bewältigung dieser Aufgaben und als Ersatz für die Einberufenen mussten viele Hilfskräfte ein­gestellt werden. Als mit der Dauer des Krieges sich ein Mangel an allen Bedarfs­gütern bemerkbar machte, richtete die Stadt in einem leer stehenden Laden eine Tauschzentrale ein, die sich als recht nützlich erwies. Einem besonderen Bedürfnis entsprachen aber die ebenfalls von der Stadt ins Leben gerufenen und von ihr betrie­benen Werkstätten „Aus Alt wird Neu". Eine Anzahl von Fachkräften hat hier Wäsche- und Bekleidungsstücke wunschgemäß umgearbeitet. So konnte der Mangel an Handwerkern im Bekleidungsgewerbe überbrückt werden. Diese Einrichtung fand allgemeinen Anklang und ist viel in Anspruch genommen worden. Auch der Torf­fabrikation nahm sich die Stadt im größeren Umfange an.
 
Kriegsbedingte Einflüsse behinderten die Planungsarbeiten erheblich, doch war es trotzdem möglich, ein auf die Erweiterung des Stadtgebietes zielendes Vorhaben zu verwirklichen. So konnte noch im Frühjahr 1944 das 400 Morgen große Restgut Preußendorf erworben werden, das in eigener Regie fortgeführt wurde. Als ein be­sonderer Gewinn war dabei der zu diesem Anwesen gehörende 90 Morgen große Rudinner Wald zu buchen, der nach dem Kriege durch Neuanpflanzungen mit dem Wald am Tilsiter Tor verbunden werden sollte, da beide nahe beieinander lagen. Ein gemischter Wald von ansehnlicher Größe war hier im Entstehen.
 
Nicht zuletzt sei auch die Fortführung der Arbeiten zum Bau der neuen Bade­anstalt hinter dem alten Friedhof erwähnt, die mit ihren verschiedenen Teilen, wie den damals bereits benutzbar gewesenen Schwimm- und Planschbecken, den Dusch-und Springanlagen, den Liegewiesen und den vorgesehenen Gartenanlagen sowie einer Gaststätte, ein besonderes Schmuckstück geworden wäre. 
 
Eine schwierige Aufgabe war für die Stadtverwaltung die kurzfristige Unterbringung von etwa 10.000 evakuierten Berlinern im Sommer 1943, weil damals schon ein fühlbarer Wohnungsmangel bestand.

 

Die Leitung der Geschicke der Stadt lag fast immer viele Jahre in einer Hand. Innerhalb von 50 Jahren wechselten die Stadtoberhäupter nämlich nur dreimal. Das erwies sich in jeder Hinsicht als vorteilhaft. Von 1893 bis 1915 war Bürgermeister Barkowski, zuletzt als „Erster Bürgermeister", im Amt. Ihm stand der 1910 verstor­bene Stadtrat Poczka als besoldetes Magistratsmitglied zur Seite. Dessen Nachfolger wurde 1911 Bürgermeister Schön, über den wir schon eingehend gesprochen haben.
 
Die Amtsgeschäfte des 1915 gefallenen Stadtbaurates Buchwald übernahm Re­gierungsbaumeister Edmund Tismar, der nach dem Ausscheiden des nur einige Jahre im Amte gewesenen Bürgermeisters Hannemann außerdem den Posten des Bürger­meisters bekleidete. Als er am 31.01.1935 mitten aus dem Schaffen heraus starb, lag eine erfolgreiche Tätigkeit zum Wohle der Stadt hinter ihm. Ihm ist eine lebendige bauliche Entwicklung der Stadt nach dem Ersten Weltkriege zu verdanken. Manches schöne und charaktervolle Bauwerk entstammt seiner Idee. Insbesondere hat Bürger­meister und Stadtbaurat Tismar der Gemeinnützigen Baugesellschaft den Impuls ge­geben; ihre Weiterentwicklung ist vornehmlich sein Verdienst gewesen. Tatkräftig setzte er sich ferner für die Erweiterung des Stadtwaldes sowie die umfangreichen Aufforstungen ein, die er mit viel Liebe und Sachverständnis förderte.
 
Als drittes besoldetes Magistratsmitglied verwaltete ab 1922 Stadtrat Fritz Schenderlein das Dezernat: Rechtsangelegenheiten, Steueramt, Wohlfahrts- und Ju­gendamt. Diese Aufgabengebiete bringen es mit sich, nach außen hin nicht besonders in Erscheinung zu treten.
 
Nach dem Tode Tismars wurde anstelle des Bürgermeisterpostens der des Stadt­kämmerers geschaffen. Dieses Amt übernahm 1935 Dr. Hans Schindowski, bis er im Jahre 1938 als Bürgermeister nach Tilsit berufen wurde. Ebenso kurz nur wirkte Bau­rat Erich Zeibig.
 
Schöns Nachfolge trat Bürgermeister Wilhelm Schleuß am 1. Februar 1938 an. Mit der ihm eigenen Zielstrebigkeit setzte er die bauliche Gestaltung der Stadt fort und förderte insbesondere eine weitsichtige Planung. Obwohl der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in dieser Hinsicht bald Beschränkungen mit sich brachte, fand Schleuß immer wieder Mittel und Wege, die Entwicklungsarbeiten nicht ganz ruhen zu lassen. Dabei hatte er manchen Widerstand zu überwinden. Seine von 1945 bis Oktober 1953 dauernde russische Kriegsgefangenschaft hatte seine Kräfte so ver­zehrt, dass er am 24. Juni 1955 starb.
 
Eine nur kurze Amtszeit war Dr. Hinkelmann beschieden, der Anfang Mai 1938 die Amtsgeschäfte des Stadtkämmerers übernahm. Als Finanzfachmann beherrschte er mit bemerkenswerter Aufgeschlossenheit das städtische Haushalts- und Finanz­wesen. Bereits im August 1939 zum Wehrdienst einberufen, fiel er im August 1942 bei den Kämpfen an der Ostfront.
Eine nicht immer ganz leichte Aufgabe fiel während des Krieges dem Verfasser dieses Abschnittes zu, dem neben der Vertretung abwesender Dezernenten der Perso­naleinsatz oblag. Bei den vielen Einberufungen und Abordnungen männlicher wie weiblicher Kräfte war es nicht leicht, die Ersatzfrage zur Zufriedenheit zu regeln.
 
Es würde im Rahmen dieser Abhandlung zu weit führen, alle Beamten und Angestellten zu erwähnen, die im Laufe der Jahre treu und gewissenhaft ihren Dienst versahen; ihre Zahl ist groß. Abschließend sei jedoch derer gedacht, die als Dienst­stellenleiter unter besonders erschwerten Verhältnissen während des letzten Krieges ihre Einsatzbereitschaft bewiesen. Der schon im Ruhestand lebende Stadtbürodirektor Wilhelm Pietsch übernahm im September 1939 sofort die Leitung des Wirtschafts­amtes, bis ihn im Jahre 1942 ein schweres Leiden zwang, den ihm lieb gewordenen Dienst zum zweiten Male, und damit endgültig, zu quittieren. Im Januar 1945 fand er fern der Heimat seine letzte Ruhestätte. Umsichtig leitete auch Verwaltungsin­spektor Adolf Bartz bis zu seinem Tode im Sommer 1944 das Ernährungsamt; ihm folgte Stadtoberinspektor Wilhelm Zahlmann. Einen keineswegs leichten Stand hatte in der Verwaltungspolizei der Polizeiinspektor Franz Hoffmann angesichts der wach­senden Wohnungsnot bei der Zuweisung freigewordener Wohnungen. Nicht minder schwer wurde es für Stadtoberinspektor Albert Pietsch, den an das Wohlfahrtsamt gestellten kriegsbedingten Aufgaben gerecht zu werden, insonderheit zu der Zeit, als plötzlich mehrere tausend evakuierte Berliner Familien wirtschaftlich zu betreuen waren. Stadtoberrentmeister Hans Nickel versah noch über die Altersgrenze hinaus den Dienst, bis Hans Neubacher seine Nachfolge antrat und nimmermüde mit wenig Hilfskräften seines Amtes waltete. Zweigleisig fuhr Stadtinspektor Fritz Gropp, hatte er doch das Steueramt zu verwalten und daneben den Standesbeamten zu ver­treten. In der Finanzabteilung bewährte sich Stadtobersekretär Arthur Adomat als umsichtiger Sachwalter. Stadtinspektor Richard Beil sprang immer dort ein, wo es galt, Lücken auszufüllen. Direktor Gerhard Belke wachte darüber, dass die Stadt­werke in jeder Hinsicht leistungsfähig blieben. In seinem Fach glückte Stadtbau­meister Fritz Ehrenteit immer wieder ein Ausweg, um gefährdete Projekte zu er­halten. Angestellter Otto Gebauer fand neben seinen Vorkriegsaufgaben wie auch als Wirtschaftsamtsleiter Zeit, sich dem Archivwesen zu widmen. Sein besonderes Ver­dienst ist es, mit viel Umsicht und Sachverständnis ein stadtgeschichtlich sehr wert­volles Archivmaterial ausgewählt und geborgen zu haben.
 
Wenn es möglich war, die Kisten mit dem kostbaren Inhalt auch über die letzte Kriegsphase hinweg sicherzustellen, gebührt seiner Ehefrau Johanna Dank und An­erkennung. Ihre gelang diese bewundernswerte Leistung auf dem weiten Fluchtweg, obwohl ihr Mann zuguterletzt einberufen worden war und erst später aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrte.
 
In diesem Zusammenhang sei noch eines Bürgers gedacht, der sich viele Jahre in der Stadtvertretung um seine Heimatstadt verdient machte; es ist der langjährige Stadtverordneten Vorsteher Max Olivier. anlässlich des Stadtjubiläums im Mai 1924 wurde ihm der Titel Stadtältester verliehen. Dazu erhielt er im Juni 1931 das Ehren­bürgerrecht. Damit ist sein Bemühen um eine gedeihliche Zusammenarbeit aller Gre­mien anerkannt und gewürdigt worden, denn diese Ehrung war einmalig.
 
Die Leitung der Vollzugspolizei lag bis 1912 in den Händen des Polizeikommis­sars Marbeck, bekannt durch seine Urwüchsigkeit und humorvolle Art, sich Geltung zu verschaffen. Ihm standen nur 5 Polizeibeamte zur Seite, dafür aber 8 Nachtwächter, die als Hüter der Ordnung mit einem Spieß und einem Feuerhorn ausgerüstet, Ruhe­störer nötigenfalls in Gewahrsam nahmen. Jede Stunde ertönte ihr Pfeifensignal, wenn sie sich nicht doch einmal in einer stillen Ecke zu einem Nickerchen nieder­ließen. Diese Männer hatten nämlich einen schweren Dienst, mussten sie doch außer der Nachtschicht noch während der Nachmittagsstunden in der Stadtkämmerei arbeiten oder den zweirädrigen Krankentransportwagen bedienen. Von 1919 ab ist die Zahl der Polizeivollzugsbeamten entsprechend dem Abbau der Nachtwächter Zug um Zug verstärkt worden. Als Polizeikommissar Julius Schippke 1933 in den Ruhe­stand versetzt wurde, taten bereits 21 uniformierte Polizei Vollzugs- und 3 Kriminal­beamte Dienst. Dem letzten Polizeikommissar, späteren Hauptmann der Schutz­polizei, Ernst Niepel, oblag nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges die Aus­bildung der Polizeireserve, die nach Abkommandierung der aktiven Beamten über­wiegend im Straßendienst eingesetzt werden musste.

 

In mancher Hinsicht wurden nach 1933 die Aufgaben der Schutzpolizei erweitert. Noch vor dem Kriege ist ihr die Freiwillige Feuerwehr angegliedert worden. Der seit Jahrzehnten bestehenden Freiwilligen Feuerwehr flössen bis dahin aus dem städtischen Haushalt verhältnismäßig geringe Mittel zu. Mit Hilfe größerer Beträge aus Reichs­mitteln konnten Motorspritzen und andere motorisierte Fahrzeuge angeschafft und die sonstige Ausrüstung verbessert werden. Bei Kriegsausbruch wurde auch der zivile Luftschutz der Polizei unterstellt. Der Bürgermeister wurde gleichzeitig örtlicher Luftschutzleiter.
 
Bereits im Jahre 1885 hatte die Stadt einen Schlachthof errichtet und gleichzeitig durch ein Ortsstatut den Schlachthauszwang eingeführt. Damit war sie in dieser Hin­sicht vielen Städten voraus. Von 1894 bis 1931 war Direktor Wauschkuhn leitender Tierarzt. Ihm folgten Dr. Stange und zuletzt Dr. Biermann. Noch vor 1933 wurde dem Schlachthof ein veterinärärztliches Laboratorium angegliedert, das als bakterio­logische Untersuchungsstelle auch für einige Nachbarkreise zuständig gewesen ist.
 
Die Stadtwerke umfassten in eigener Regie das Gas-, Wasser- und Kanalwerk sowie zuletzt den Omnibusbetrieb. Bereits im Jahre 1866 entstand die Gasanstalt, die auf ihrem ursprünglichen Platz dermaßen eingeengt war, dass wegen Raumman­gels von einer vorgesehenen Erweiterung Abstand genommen werden musste. Trotz­dem ist es möglich gewesen, das Leistungsvermögen durch fortlaufende Verbesserun­gen des Betriebes so zu steigern, dass trotz der rasch wachsenden Abnehmerzahl der Bedarf bis zuletzt befriedigt werden konnte. Bis zur Inbetriebnahme des Elektrizi­tätswerkes hatte die Stadt auch Gas-Straßenbeleuchtung.
 
Als die Stadt sich 1897 entschloss, ein Wasserwerk zu schaffen, musste sie auf die ergiebigen Quellen in dem fünf Kilometer entfernten Orte Gertschen zurückgreifen und das Pumpenwerk dort bauen. Das war zwar verteuernd, erwies sich aber als lohnend. Für die Nachkriegszeit war indessen vorgesehen, die Quellen im Stadt­wald Nord in geeigneter Weise zur Wasserversorgung mit heranzuziehen.
 
Das am Insterburger Tor neben dem Klärwerk liegende Elektrizitätswerk über­eignete die Stadt im Zuge der allgemeinen Elektrifizierung Ostpreußens dem Ost­preußenwerk. Bestimmend hierbei war die Erwägung, dass die notwendig gewordene Erneuerung und Erweiterung des Leitungsnetzes für die Stadt recht kostspielig gewor­den wäre. Neben dem Kaufpreis sicherte sich die Stadt für eine Reihe von Jahren Vorzugspreise für die Straßenbeleuchtung und den sonstigen Eigenbedarf.
 
Mit der fortschreitenden Ausdehnung des bebauten Stadtgebietes wurde es auch notwendig, einen Stadtverkehr zu eröffnen. Im Jahre 1937 schaffte deshalb die Stadt drei Omnibusse an, die auf folgenden Strecken verkehrten: Annahof-Sied­lung Preußendorf, Friedrich-Wilhelm-Platz-Bahnhof, Goldaper Tor und Bismarcktor-Radlauken. Als sich der Betrieb der zuletzt genannten Strecke als völlig unrentabel herausstellte, wurde sie aufgegeben und die zum Bahnhof führende Linie ab Bismarcktor und nach Ohldorf erweitert. Diese Verkehrseinrichtung erfreute sich eines guten Zuspruchs und erwies sich als durchaus zweckmäßig. Mit Kriegsausbruch übernahm die Wehrmacht die Fahrzeuge und fast alle Fahrer. Nach einigen Be­mühungen konnte die Stadt einen Omnibus mit Holzgasgenerator beschaffen, der nur eine Strecke befuhr, und zwar Annahof-Goldaper Tor, Preußendorf. Als dann auch der letzte Fahrer einberufen war, ging das Unternehmen sehr zum Bedauern der Stadtrandbewohner ein.
 
Älteste Volksschule war die I. Gemeindeschule in der Meelbeckstraße, die sowohl Knaben als auch Mädchen unterrichtete. Die Volksschule des eingemeindeten Vor­ortes Norutschatschen wurde nach Zuteilung einiger weiterer Straßenzüge vom alten Stadtgebiet als II. Gemeindeschule übernommen und hat später den Namen Hindenburgschule erhalten.
 
Die Entwicklung des Volksschulwesens ist an anderer Stelle eingehend behan­delt worden.
 
Die Kaufmännische und die Gewerbliche Fortbildungsschule bildeten ab 1931 die Berufsschule unter Leitung des Direktors im Berufsschuldienst Martin Rooch. Auf seine Initiative ist die Gründung der der Berufsschule angeschlossenen zweijährigen Handelsschule zurückzuführen; sie wies einen guten Erfolg auf. Als Rooch im August 1942 gefallen war, nahm sein Stellvertreter Herbert Sticklies die Stelle ein. Auch die Berufsschule musste sich mit den unzulänglichen Räumen in der Schulstraße und Schillerstraße begnügen. Für sie entstand ebenfalls ein Neubau hinter dem Sportplatz, der jedoch wegen kriegsbedingter Schwierigkeiten über das Stadium des Rohbaues nicht hinausgekommen ist.
Mangels eines eigenen Schulgebäudes musste die allerdings erst im letzten Jahr­zehnt entstandene Mittelschule notgedrungen gastweise in anderen Schulräumen unterrichten. Auch dieses geplante Bauvorhaben konnte wegen des Krieges nicht ver­wirklicht werden.
 
Erwähnt zu werden verdient auch die in den oberen Räumen der Jahn-Turnhalle untergebrachte Stadtbücherei mit etwa 10.000 Bänden. Von Fachkräften geleitet, wurde sie stets auf den neuesten Stand gebracht und bot Lesestoff nicht nur für die verschiedensten Wissensgebiete, sondern vor allem unterhaltenden Inhalts.
 
Als in der Nacht vom 20. zum 21. Oktober 1944 für die Zivilbevölkerung der Stadt Gumbinnen der Räumungsbefehl gegeben wurde, vermutete niemand eine Trennung von der Heimatstadt auf unabsehbare Zeit. Die ältere Generation dachte wohl an den verhältnismäßig kurzen Russeneinfall von 1914. Aber diesmal griff das Schicksal härter ein.
 
Während Bürgermeister Schleuß und die Polizei auf höhere Anordnung bis zum letzten Augenblick in der Stadt bleiben sollten, erhielt der Verfasser die Weisung, sich mit der Restverwaltung der Stadtverwaltung nach dem Ausweichort Gerdauen zu begeben. Die Abreise vollzog sich gegen 7 Uhr morgens mit zwei Feuerwehrautos. Bald führte der Weg der zusammengeschrumpften Restverwaltung weiter über Osterrode/Ostpreußen, Demmin/Pommern nach Schleswig.
 
Bestimmungsgemäß hatte die Stadtverwaltung bereits im Sommer 1944 wichtige Verwaltungsunterlagen nach Uderwangen/Ostpreußen ausgelagert; während des von Anfang November 1944 bis zum 21. Januar 1945 in Osterode/Ostpreußen dauern den Aufenthaltes waren sämtliche Akten, Standesregister, Karteien, Pläne, das Schriftgut von Bedeutung und die Büromaschinen nach dort geschafft worden. Bei der überstürzten Räumung Ostpreußens in den Januartagen 1945 war es nur möglich, Handgepäck mitzunehmen. Deshalb fielen sämtliche Arbeitsunterlagen, insbesondere auch die Personalakten, den Russen in die Hände. Lediglich die Sparkonten der Stadt im Werte von mehr als 2 Millionen Reichsmark konnten geborgen werden. Diese Sparbücher sind bei der Regierung in Schleswig hinterlegt worden. Der für die Abwicklungsstellen des Regierungsbezirks Gumbinnen zuständige Regierungspräsi­dent in Schleswig löste den Rest der Stadtverwaltung Gumbinnen am 10. April 1945 auf.