Landeskirchliche Gemeinschaft in Gumbinnen und Roßlinde


Seit Ende des 19. Jahrhunderts gibt es in Deutschland zahlreiche Landeskirchliche Gemeinschaften. Träger dieser geistlichen Bewegung waren neben Laien auch evangelische Pfarrer, die auf die Säkularisierung der Bevölkerung sowie die ihrer Ansicht nach erstarrte innerkirchliche Orthodoxie reagieren wollten. Darum wurden sie missionarisch, diakonisch und theologisch-praktisch tätig. Viele der hinzugekommenen Christen schlossen sich zu Landeskirchlichen Gemeinschaften zusammen. Die erste Landeskirchliche Gemeinschaft wurde in Augsburg von dem Fabrikbesitzer Ernest Mehl gegründet. Aktuell zählt die Gemeinschaftsbewegung in Deutschland etwa 300.000 Mitglieder, die im Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverband e. V. organisiert sind.


Auch in Gumbinnen und in Roßlinde gab es Glaubenangehörige der Landeskirchlichen Gemeinschaft. Das Gemeinschaftshaus dieser landerskirchlichen Gemeinschaft befand sich in der Bismarckstraße hinter den Häusern Nr. 37/39. Auf dem angrenzenden Grundstück war auch eine kleine Gärtnerei. Das Dach des Finanzamtes war wohl von dem Grundstück aus zusehen.

Das Gemeinschaftshaus und die Gärtnerei sind durch Bomben zerstört worden.

1937 wurde Magnus Häßner nach seiner Ausbildung in St. Chrischona (Schweiz) Prediger in Gumbinnen. Mitte 1939 wurde er zur Wehrmacht eingezogen. Die Ehefrau Emma Häßner blieb noch bis zur Flucht im Jahre 1944 im Gemeinschaftshaus.

Auch in Roßlinde muss es Angehörige der Landeskrichlichen Gemeinschaft gegeben haben. Fotos im Archiv der Kreisgemeinschaft Gumbinnen zeugen auf jeden Fall davon.

Nähere bzw. weitere Angaben liegen leider nicht vor.


      

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