Norutschatschen


Norutschatschen war ein Stadtteil von Gumbinnen und umfasste die Straßen im Osten und Süd-Osten (südlich der Bahntrasse der Stadt).

Im nördlichen Teil, nördlich der Goldaper Straße, befanden sich folgende Straßen:

Bussasstraße - Grünstraße - Mühlenstraße - Rominter Straße - Schulstraße         

Im südlichen Teil, südwestlich der Goldaper Straße, befanden sich folgende Straßen:

Albrechtstraße - Danziger Straße - Freiheit (ab 1938 in Horst-Wessel-Straße umbenannt) - Kasernenstraße (mit Waisenhaus) - Memeler Straße - Soldauer Straße (mit Verlängerung)


1787 errichtete die kleine jüdische Gemeinde von Gumbinnen als erste eben dort ihren Begräbnisplatz am Norutschatscher Weg und veranlasste die Errichtung eines kleinen Walles, den man heute noch erkennen kann gegen das gelegentliche Hochwasser; ebenso den Bau eines Friedhofswächter – Häuschens mit Remise für den Leichenwagen. Zu diesem Zeitpunkt war die Zusammenlegung zu einem Gumbinner Friedhof wohl bereits geplant, was sich aus den alten Stadtplänen schließen lässt. Mitten durch diesen Friedhof verlief damals die Gemeindegrenze zu Norutschatschen. Als der alte Gumbinner (Pest-)Friedhof an der Todtenstraße (Blumenstraße) wegen Überfüllung geschlossen werden musste, wurde 1810 der Alte Friedhof nunmehr der allein nutzbare Begräbnisort für Gumbinnen.

Einen großen Entwicklungssprung machte die Stadt nach 1870/71 durch den Einzug weiterer Regimenter in die Garnison Gumbinnen: Füsiliere, Artilleristen und Kavallerie.

Zu dieser Zeit gehörte Norutschatschen zur Vorstadt von Gumbinnen.


Der Alte Friedhof von Gumbinnen und die Soldatengräber des Ersten Weltkrieges

Er lag östlich der Meelbeckstraße vor der Blauen Brücke in Gumbinnen. Natürlich gab es die Bezeichnungen damals noch nicht, als dieser Friedhof entstanden ist. Für unsere Zeitgenossen sind sie aber zur Orientierung wichtig.

Zunächst befand sich an jenem Ort des Alten Friedhofs am hohen Ufer des Zusammenflusses von Pissa und Rominte der Begräbnisplatz der Norutschatscher und davor der Kulligkehmer, wie das dortige Dorf zuvor hieß. Gumbinnen wurde damals vermutlich noch Bisserkeim genannt.


Aus „Wie es 1948 in der Heimat aussah“ von Otto Gebauer

„Durch das frühere Dorf Norutschatschen, dessen kleine Häuser nicht alle zerstört sind, kommen wir zur neuen Badeanstalt. Von der Badeanstalt stehen noch die Mauern. Sie ist 1947 ausgebrannt. Die beiden Schwimmbecken sind erhalten. Die Russen waren aber nicht imstande, das Wasser abzulassen. Die Becken sind durch hineingeworfenen Unrat stark verunreinigt.“


Ein Rundgang durch Gumbinnen

Generalmajor Ekkehard Richter durchstreift die Stadt auf der Suche nach den Spuren des Gestern und dem Heute

„Ein Gang nach Norutschatschen führt am Ende der Stadt durch alte Ruinen, Abfallberge, halb errichtete Neubauten, die wohl aus Material- und Geldmangel eingestellt wurden. Wenige noch erhaltene alte Häuser stehen an der ehemaligen Brücke, die nicht mehr vorhanden ist, und am Ufer der Rominte überwacht ein stolzer Hahn seine Hennenschar, einige Enten gründeln in dem trüben Wasser. Ich breche den Besuch in Norutschatschen aber schnell ab, da ich alleine bin und einige halbwüchsige, wohl auch angetrunkene Jugendliche keine sehr freundliche Haltung einnehmen.“

Quelle: Das Ostpreußenblatt / Preußische Allgemeine Zeitung / Landsmannschaft Ostpreußen e.V. vom 21. Juni 2003


 

 

 


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