Das Fresko in der Aula der Friedrichsschule 

Ein Kulturdenkmal von europäischer Bedeutung ist gerettet

                  

1912 war die Gestaltung des Fresko an Professor Otto Heichert von der Kunstakademie in Königsberg von der Gumbinner Verwaltung in Auftrag gegeben worden zum 10-jährigen Jubiläum des Neubaus des Gymnasium im neugotischen Baustil und zum Jahrestag der Einwandung der Salzburger nach Ostpreußen.
        Dem Künstler Otto Heichert wurde die Aufgabe gestellt, die Begegnung der Salzbuger mit ihrem neuen König zu zeigen. Das Bild sollte symbolisieren, dass die Umsiedler als gleichberechtiget Bürger in der Stadt und im Land willkommen waren.
        Nachdem sich Otto Heichert mit dem Schicksal der Salzburger, ihrer Vertreibung und Eingliederung in Gumbinnen befasst hatte, bemalte er die gesamte Giebelwand der Aula, 16 m lang und 8 m hoch. Der Künstler meisterte seinen Auftrag hervorragend. Der künstlerische Wert des Fresko wird als Weltkunstwerk eingestuft.


      Seine Modelle waren die Nachkommen der Salzburger. Das Bild zeigt den König mit einer kleinen Gefolgschaft.
Der Treck mit den Vertriebenen steht erwartungsvoll vor ihm. Unter dem Fresko befindet sich der Begrüßungssatz,
der dem König zugeschrieben wird:

"Mir neue Söhne, euch ein mildes Vaterland"

      
       Das Fresko ist nach seiner Größe ein Unikat, mit vielen symbolischen künstlersichen Aspekten komponiert, ein herausragendes Kunstwerk von europäicher Bedeutung. Die Anwendung der klassischen Freskotechnik bewirkte die gute Erhaltung der Farbe des Bildes bis heute.

Nach dem Krieg verschwand das Gemälde unter einer Farbschicht.
       In der Sowjetzeit war man der Meinung, dass das Fresko nicht dem Geist der Zeit entspräche und dass der Inhalt sich mit dem Lernprogramm einer landwirtschaftlichen Lehranstalt nicht vereinbaren ließe. Man überstrich es mit Farbe und setzte eine Sowjetfahne und einen Leninkopf darauf.

                                         


       Heute besteht ein verändertes Bewusstsein. Es gilt: Das Fresko symbolisiert unsere gemeinsame Geschichte.
Durch die fachlich qualitative Arbeit des St. Petersburger Restauratoren der Firma Erbe/Nasledje ist das Fresko wiedererstanden und berührt uns mit seiner erneut gewonnen Ausdrucksstärke.