Bismarckshöh


Übersicht – Quelle: Gumbinnen von Dr. Grenz

Bismarckshöh

(Kallnen): Kirchspiel und Standesamtsbezirk Gumbinnen-Altstadt. Amtsbezirk Wolfseck (Wilkoschen). — E.: 118. GH.: 750.— RM. G.: 282 und 166 ha. —

Nach OF gehörte zur Gemeinde Kallnen als Enklave der Ortsteil Strullin, der an der Nordgrenze der Buyliener (Schulzenwalder) Forst von der Gemeinde Forsteck (Budweitschen) eingeschlossen war.
Einklassige Schule, vor 1914 erbaut, 1925 und 1937 Lehrer Max Telemann, zuletzt bis zur Vertreibung lt. OF Lehrer Fritz Meiser. —
1937: Bürgermeister Bauer Walter Lörtzer (letzter Bürgermeister bis zur Vertreibung Bauer Rudolf Schlichting [lt. OF]. —
Post: Buylien über Gumbinnen (8 km). —
Landwirte: Bruno Brauer, Fritz Lörtzer. —
Bauern: Walter Lörtzer, Ernst Naujoks, Otto Pliquett, Rudolf Schlichting. —
Erzieherin Luise Schroeder. —
Wirtin Grete Jurgeleit. —
Wirtschafter Matthes Schawaller. —
Melker: Albert Friedenberger, Michael Katillus, Rudolf Pest, Max Schaal, Franz Zobel. —
Deputanten: Emil Bach, Otto Gindler, Rudolf Henkies, Otto Rusch. —
Arbeiter: Emil Böttcher, Max Geil (Landarbeiter), Emanuel Hiegert (Landarbeiter), Fritz Nehrkorn (Freiarbeiter), Gustav Neukamm, Otto Schäfer (Freiarbeiter), Friedrich Schröder. —
Sozialstatus: 3 Altsitzer, 2 Invaliden, 1 Rentenempfänger, 1 Rentenempfängerin, 1 Rentner — Wilhelm Gläsmann (ohne Berufsangabe), Luise Ruhnke (ohne Beruf). —
1925: 5 Besitzer (darunter Gemeindevorsteher Otto Schlatter), 1 Stütze, 1 Lehrer, 1 Wirtin, 5 Deputanten. —
Im Archiv der Kreisgemeinschaft Gumbinnen 1 Ortsfragebogen von 1966 mit Beiblatt und 1 Ortsskizze mit Eintragung der Anwesen und ihrer Eigentümer.
Danach hat sich um den Ort besonders verdient gemacht der langjährige Bürgermeister Bauer Walter Lörtzer.
Zuletzt gehörte der Ort zum Amtsbezirk Hasenrode (Stulgen), Amtsvorsteher Bauer Kowalewski aus Thuren.
Der zuständige Gendarmerie-Posten war in Schublau (Szublauken); der letzte, der allseits sehr geachtete Gendarmerie-Meister Schmidt, wurde 1944 beim ersten Einbruch der Russen auf Nemmersdorf von diesen an der Nemmersdorfer Brücke ermordet.
An landwirtschaftlichen Betrieben gab es am Ort zuletzt 4 Bauern und 1 Landwirt. Die Bauern waren: Otto Pliquett (ca. 250 Morgen), Rudolf Schlichting (ca. 300 Morgen), Walter Lörtzer (ca. 300 Morgen), Bruno Brauer (ca. 250 Morgen), und Landwirt Naujoks im Ortsteil Strullin besaß eine Wirtschaft von 20 Morgen. Die 4 genannten Bauern besaßen für den eigenen Bedarf je eine Schrotmühle.
1732 wurden hier Salzburger angesiedelt. —
In der Gemarkung Kallnen lagen die Kallner Berge mit dem 1903 errichteten Bismarckturm. Er befand sich auf der zweithöchsten Erhebung des Kreises Gumbinnen. Von ihm hatte man eine weite Aussicht, nach Süden bis zu den Goldaper Bergen, ja, bei günstiger Witterung konnte man die Doppeltürme der Kirche von Wirballen erblicken. Nach Norden reichte der Blick in die Ebene weit über Insterburg hinaus. Am 1. April (Bismarcks Geburtstag) und am 21. Juni (Sommersonnenwende) jeden Jahres wurde 1 cbm Holz auf seiner Zinne abgebrannt. —
Die Verkebrslage des Ortes war denkbar ungünstig und betrug auf der Kreisstraße nach Gumbinnen ca. 7 km, zur Eisenbahnhaltestelle Balberdszen (Baibern) ca. 2 km und zur Eisenbahnstation Flicken ca. 4 km. Eine Busverbindung bestand nicht. —

Über die Menschenverluste im Ersten Weltkrieg können Angaben nicht gemacht werden. Kriegsschäden an den Gebäuden waren damals nicht entstanden. Im Zweiten Weltkrieg ist die Ortschaft fast völlig zerstört worden.