Übersicht – Quelle: Gumbinnen von Dr. Grenz

Girnen

Kirchspiel Groß-Waltersdorf (Walterkehmen). Amtsbezirk u. Standesamtsbezirk Schulzenwalde (Buylien). — E.: 208. GH.: 750,— RM. G.: 238 ha. —

Einklassige Volksschule, 1928 erbaut (lt. Verwaltungs-Bericht). 1925: Lehrer Friedrich Bandolier. 1937: Lehrer Richard Queda (Bis zur Vertreibung im Amt). —1937: Bürgermeister: Landwirt und Mühlenbesitzer Friedrich Scheffler. —

Post: Walterkehmen über Gumbinnen (11 km). —

Landwirte: Hermann Borowski, Karl Borowski, Albert Bouvain jun., Johann Brombach, Emil Buttgereit, Gustav Dumont, Martha Geißendörfer, Wilhelm Müller, Erich Neubacher, Albert Nucklies, Franz Plickert, Willi Plickert, Erich Schmeling, Artur Sperling, Emil Stejuhn. —

Besitzer: Fritz Aßmus, Friedrich Bethke, August Bouvain, Friedrich Didwißus, Gustav Didwißus, Friedrich Gutzat, Oskar Kegenbein (sein von den Russen beim Vorstoß auf Nemmersdorf geplünderter Pferdewagen abgebildet in „Die Flucht. Ostpreußen 1944/45″ von Edgar Günther Lass auf zwei unnummerierten Tafelabbildungen neben S. 65), Wilhelm Klinger, Franz Kolat, August Müller, Franz Müller, Emil Neubacher, Erich Perrey, Otto Puppel, Otto Röse, Fritz Salecker, August Schaal (auch Maurer), Franz Schmeling sen., Otto Schurgel, Adolf Sperling. —
Handwerker: Maler Ernst Bernhard, Tischler Willy Bernhard, Zimmergeselle Otto Didwißus, Maurer Wilhelm Frommholz, Besitzer und Maurer August Schaal, Landwirt und Mühlenbesitzer Fr. Scheffler, Landwirt und Zimmermann Fr. Schmeling. —
Weitere Berufe: Land- und Gastwirt Fritz Petri. — Arbeiter: Franz Didßun, Fritz Fenselau, Franz Flottron, Franz Frommholz, August Geffrom (Freiarbeiter), Richard Haase, Friedrich Hintz, Franz Jakumowski (Freiarbeiter), Johann Mißlentat, August Naudsch, Karl Seifert, Wilhelm Seifert, Fritz Vogler. —
Sozialstatus: 1 Rentnerin, 6 Altsitzerinnen, 1 Besitzerwitwe (Elise Bussas), 7 Rentenempfänger, 2 Rentenempfängerinnen. —
1925: 1 Lehrer, 29 Besitzer, 1 Müllermeister, 1 Eigenkätner und 1 Maurer. —
Ein Treck aus Girnen geriet im Oktober 1944 in den russischen Vorstoß auf Nemmersdorf, wobei rund 30 Personen ermordet wurden (vgl. den Bericht von Otto Schlaugat unter „Orte mit E“: Erlengrund Ostpr. (Alt-Maygunischken)! —
Im Archiv der Kreisgemeinschaft Gumbinnen 1 Ortsfragebogen von 1966 mit 2 Anlagebogen, ausgefüllt von Lehrer Queda: Zuletzt war Lehrer Richard Queda gleichzeitig Bürgermeister des Ortes. Die Schule bis zuletzt einklassig.
Zuständiger Amtsvorsteher zuletzt Otto Schlaugat aus Erlengrund, aber Amtsbezirk Schulzenwalde.
Der zuständige Polizeiposten in Groß-Waltersdorf (Nielewski).
Gastwirtschaft mit Gemischtwaren von Fritz Petri.
2 selbstständige Handwerker: Zimmerer Franz Schmeling und Maler Ernst Bernhard.
16 Bauernhöfe: Willi Plickert, Friedrich Gutzat, Wilhelm Klinger, Adolf Sperling, August Müller, Hans Brombach, Franz Müller, Albert Nucklies, Franz Kolat, Oskar Kegenbein, Ferdinand Spangehl, Otto Puppel, Fritz Petri, August Bouvain, Fritz Aßmus, Otto Schurgel.
Eine Windmühle von Ferdinand Spangehl. —
Vom Friedhofsberg aus leitete Mackensen 1914 die Schlacht bei Gumbinneu. —
Im Ersten Weltkrieg 2, im Zweiten Weltkrieg 15 Gefallene. —

Infolge eines Panzerdurchbruchs der russischen Armee musste Girnen am 20.10.1944 plötzlich geräumt werden. Ein größerer Teil der flüchtenden Einwohner wurde in Alt-Wusterwitz, einem Vorwerk der Domäne Schulzenwalde, von russischen Truppen überrollt. Dabei sind 31 Menschen – Greise, Männer, Frauen, Kinder und Säuglinge auf bestialische Weise ermordet worden. Nachdem die Division Hermann Göring die Russen zurückgeschlagen hatte, habe ich (Lehrer Richard Queda) als Volkssturmmann die Opfer gesehen. Außerdem wurde auch in der Wochenschau der Lichtspielhäuser ein Streifen davon gezeigt.