Übersicht – Quelle: Gumbinnen von Dr. Grenz

Großpreußenwald

(Groß-Berschkurren): Kirchspiel Gerwen (Gerwischkehmen). Amtsbezirk und Standesamtsbezirk Gerwen (Gerwischkehmen). E.: 193. GH.: 840,— RM. — G.: 374 ha.

Einklassige Volksschule, Schulhaus 1901 erbaut, 1925: Lehrer Ferdinand Bacher und Lehramtsbewerber Kurt Bacher, 1937: Lehrer Fritz Schmidt (bis zur Vertreibung am Ort). —
1937: Bürgermeister Bauer Ed. Krapalies. —
Post: Gerwischkehmen über Gumbinnen (7 km). —
Landwirte: Otto Dittmeyer, Otto Eske, Otto Gansau, August Hinterthaner, Ernst Hinterthaner, Ernst Jung, Friedrich Kaiweit, Eduard Krapalies, Otto Krause, Emil Langel, Emil Ludwig, Franz Masekowitz, Fritz Neusesser, Minna Nickel, Friedrich Post. —
Bauern: Karl Dittmeyer, Karl Gause, Otto Laskowski, Bruno May, Friedrich Reck. —
Handwerker: Tischler Helmut Bohnsteldt, Schmied Erich Damerau, Schneidermeister und Landwirt Ernst Hetz, Maurerwitwe Gertrud Kratzat, Töpfer Otto Zörner. —
Weitere Berufe: Straßenwärter Emil Deutschmann, Kutscher Heinrich Hennig. —
Untergeordnete landwirtschaftliche Berufe: Melker: Otto Olivier, Gustav Schurtz. —
Hofgänger: August Engelhardt. —
Deputanten: Franz Heinrich. —
Instmänner: Ferdinand Lange, Franz Lehmann, Friedrich Steinbacher. —
Knecht: Franz Hornung, Otto Zielian. —
Arbeiter: Wilhelm Deutschmann, Hugo Grühl, Otto Jonas (Freiarbeiter), Emil Katluhn (Landarbeiter), Franz Matissek. —
Sozialstatus: 5 Altsitzer, 5 Altsitzerinnen, 1 Kriegerwitwe, 1 Maurerwitwe, 4 Witwen, 2 Rentenempfänger, 1 Kleinrentner. —
Besitzer: August Krämer. —
1925: 16 Besitzer, 9 Eigenkätner (davon 2 Schneider, 1 Zimmermann). —
Im Archiv der Kreisgemeinschaft Gumbinnen 2 Ortsfragebögen und 1 Beiblatt.
Danach gehörte der Ort zum Amtsbezirk Gerwen mit Amtsvorsteher Petri.
Letzter Bürgermeister: Gansau.
Zuständiger Polizeiposten in Gerwen (Weber und Mörner),
keine Gastwirtschaft.
Selbständige Handwerker: Ofensetzer Zörner, Tischler Ludwig und Maurer Pillokat. —
Namen der Bauern: Otto Gansau, Karl Gause, Ernst Hinterthaner, August Krämer, Otto Krause, Franz Masekowitz, Fritz Neusesser, Friedrich Reck, Otto Dittmeier, Otto Eske, Ernst Jung, Friedrich Kallweit, Eduard Krapalies, Emil Langel, Otto Laskowski, Emil Ludwig, Minna Nickel, Friedrich Post, Otto Zörner.
Der 2. Fragebogen nennt zusätzlich Emil Deutschmann, Richard Heinemann, Bruno Mai, Hilde Stulgies, Pillokat, Kurt Werning, Schwillus. —
Im Ersten Weltkrieg mindestens 3 Gefallene, im Zweiten Weltkrieg 5 (die beiden Söhne von Lehrer Schmidt: Kurt und Walter; ferner Erich und Alfred Langel und 1 Sohn von Gansau). —
Verkehrslage: Busverbindung mit der Kreisstadt Gumbinnen.
Im Archiv der Kreisgemeinschaft Gumbinnen ein Bericht über den Ort von Erwin Heisrath vom 25.9.1962:
Heisrath berichtet, er habe früher selbst in Groß-Preußenwald (Gr. Berschkurren) gewohnt; da er jedoch noch sehr jung gewesen sei, sind ihm die meisten Dinge, die von Interesse wären, entfallen. Dann führt er aus: Das, was unser Dorf früher bekannt machte, war die Fähre, die bis zum Neubau der Brücke, die zwar auch nur einspurig war, ihren Dienst versah. Das Dorf lag je zur Hälfte rechts und links der Pissa und war nur mit dieser Fähre für Wagen und mit einem daneben gelegenen festen Holzsteg verbunden. Bei Eisgang, Hochwasser usw. war die Benutzung meist unmöglich. Diese Fähre bildete früher den Treffpunkt der gesamten Jugend der Umgebung, und viele Geschichten rankten sich um sie und den Steg.
In einem plattdeutschen Gedicht über unser Dorf befaßt sich auch eine Strophe mit der Fähre:
„En Grootberschkurr, secht’r, 
es e Stech, secht’r, 
kömmst du hän, secht’r, 
es’r wech, secht’r.
En Grootberschkurr, secht’r, 
es e Stech, secht’r, 
wöllst du räwer, secht’r, 
motst du Krupe, secht’r, 
fällst du rönn, secht’r,
motst versupe, secht’r.

„Aus Erzählungen weiß ich noch, daß einmal ein Lehrer unserer Dorfschule, der vom Einkauf von Gumbinnen nach Hause kam, mit dem Pferdewagen auf der Fähre umkippte, bzw. die Fähre umkippte. Die ganze Lehrerfamilie schwamm mit ihren eingekauften Sachen in der an dieser Stelle ziemlich tiefen Pissa.“