Übersicht – Quelle: Gumbinnen von Dr. Grenz

Grünhaus

K. u. St. Amtshagen (Szirgupönen). A. Puspern. E.: 202. GH.: 790,— RM. G.: 74 ha. —

Zweiklassige Volksschule, vor 1914 erbaut. Um- und Erweiterungsbau von 1928 (lt. Verw.-Ber. 1928). Nach Stellenausschreibung vom 19.07.1905 in der LZ (Anmerkung: Lithauische Zeitung) erhielt der 1. Lehrer 900 Mark Jahresgehalt, 100 Mark Alterszulage und Wohnung im Werte von 170 Mark. Bewerbungen um die Stelle waren gleichzeitig an die Regierung in Gumbinnen und an den Besitzer des Adl. Gutes Pakledimm zu richten. 1925: Lehrer Gustav Brenneisen und Lehrer Kurt Sondowsky. 1937: Lehrer Heinrich Carius und Lehrer Gustav Teige; zuletzt 1. Lehrer Carius und 2. Lehrer Boer.
1937: Bürgermeister Bauer F. Brandstädter (lt. Ortsfragebogen (OF) 1966 bis zur Vertreibung im Amt). —
Post: Trakehnen 2 (15 km). —
Landwirte: Gustav Buder, Kurt Domnick, Emil Sembach (auch Müller). —
Besitzer: Gustav Müller, Gustav Weber. —
Bauer: Ferdinand Brandstädter. —
Handwerker: Maurer Gustav Bajorat, Tischler Wilhelm Beister, Maurer Fritz Bildhauer, Tischlergeselle Fritz Brasulat, Maurerpolier Heinrich Führer, Schneider Fritz Goebel, Schneider Fritz Gribat, Maurer Karl Hardt, Zimmerer Eduard Kalkau, Schuhmacher Gustav Leibenat, Maurergeselle Franz Naujokat, Maurergeselle Paul Paslat, Schleifer Max Wiese. —
Weitere Berufe: Höker Heinrich Beister, landwirtschaftlicher Gehilfe Fritz Bleihöfer, Straßenwärter Max Haase, Kaufmann Fritz Höfert, Kutscher Hermann Paslat, Händler August Plickert, Postschaffner Franz Schattauer. —
Arbeiter: Fritz Baumgart, Otto Bleihöfer (Landarbeiter), Franz Fritzler, Julius Gabbert (Vorarbeiter), Fritz Groß (Freiarbeiter), Ferdinand Höchst, Karl Höchst, Emil Leimann, Hermann Majuhn, Hermann Matz (Freiarbeiter), Alfred Mohr (Freiarbeiter), Gustav Müller (Freiarbeiter), Emil Paslat, Emil Sprengel, Rudolf Weiner (Freiarbeiter), Wilhelm Westenberger, Wilhelm Wittkowsky, Emil Zanot (Freiarbeiter). —
Sozialstatus: 3 Invaliden, 1 Altsitzerin, 1 Kriegerwitwe, 6 Witwen, 8 Rentenempfänger, 4 Rentenempfängerinnen, 1 Rentier. —
1925: 2 Lehrer, 1 Mühlenbesitzer (Emil Sembach), 1 Oberlandjäger (Fritz Gutwirt), 12 Besitzer, 1 Kaufmann, 1 Händler, 2 Schuhmacher, 1 Fleischer, 1 Hebamme (Lina Tausendfreund), 1 Schneider, 1 Postschaffner, 4 Maurer, 1 Zimmermann —
Im Archiv der Kreisgemeinschaft Gumbinnen 1 Ortsfragebogen von 1966, mit Beiblatt und Ortsskizze, ausgefertigt von Gerda Balschukat.
Danach der letzte Amtsvorsteher des Amtsbezirks Puspern: Rau aus Jodzuhnen.
Zuständiger Polizeiposten in Gr. Baitschen (Ebersbach).
Gastwirtschaft mit Kaufladen von Höfert, ein zweiter Kaufladen von Beister.
Selbständige Handwerker: Schuhmacher Leibenat, Schneider Gribat und Schneider Goebel. —
7 Bauernhöfe: Höfert, Beister, Domnick, Weber, Schleinat, Brandstädter, Sembach, 1 Mühle von Sembach.
Nach der Pest von 1709/10 wurden Salzburger und Litauer angesiedelt. —
Verkehrslage: Keine Buslinie, 12km Teerstraße nach Gumbinnen, 4 km Teerstraße zum nächsten Bahnhof (Trakehnen). Das Dorf lag zu beiden Seiten der Provinzial-Chaussee Königsberg — Eydtkuhnen (Eydtkau). —
Im Ersten Weltkrieg 6 Gefallene, im Zweiten Weltkrieg 10 Gefallene (einschließlich der Vermißten). —
In den Ortsplan sind eingetragen: 1. Weber, 2. Schleinat, 3. Buder, 4. Brandstädter, 5. Leimann/Brandstädter, Mietshaus je 1/2. 6. Braselat. 7. Sembach. 8. Sembach, Mietshaus. 9. Hesske/Waselewsky je 1/2. 10. Dittombee. 11. Mietshaus Domnick. 12. Oslat. 13. Beister. 14. Höfert. 15. Mietshaus Höfert. 16. Schmetzler. 17. Domnick. 18. Fritzler. 19. Naujokat. 20. Goronzy. 21. Mietshaus Führer. 22. Führer. 23. Paul Paslat. 24. Kossuch. 25. Ludwig Paslat. 26. Hardt. 27. Schule. 28. Sembach, Mietshaus. 29. Kaikau. 30. Braselat/Krauledat je 1/2. 31. Höchst. 32. Hoffheinz. 33. Sembach, Mietshaus. 34. Bajorat. 35. Müller. —
Im Archiv der Kreisgemeinschaft Gumbinnen finden sich verschiedene Berichte über Grünhaus.
Ein Aufsatz von Franz Heiser „Das Dorf am Packledimmer Moor“ ist am 14.09.1963 in „Das Ostpreußenblatt“ abgedruckt worden. Darin heißt es u. a.: „Im Sommer 1944 war ich, von Berlin kommend, zum letztenmal in meinem Heimatdorf Grünhaus im Kreis Gumbinnen. Vom Bahnhof Trakehnen führte ein Fußweg, am Park von Packledimm vorbei, nach dem Dörfchen … 

Den vollständigen Text finden Sie hier