Übersicht – Quelle: Gumbinnen von Dr. Grenz

Pendershof

(Pendrinnen) mit Bhf. Pendershof (Pendrinnen): Kirchspiel Branden (Ischdaggen). Amtsbezirk und Standesamtsbezirk Branden (Ischdaggen). E.: 100. GH.: 660,— RM. G.: 335 ha. —

Einklassige Volksschule, vor 1914 erbaut, Schulhauserweiterungsbau im Jahre 1901 (lt. Verw.-Ber. 1901/1902). 1925: Lehrer Hugo Loper, 1937: Lehrer Otto Führer. —
1937: Bürgermeister Bauer Fritz Girod. —
Post: Kraupischkehmen über Insterburg 2, Bahnstation (19 km). —
Bauern: Gustav Dedeleit, Ernst Dingel (Jungbauer), Gustav Dingel, Max Dingel (Jungbauer), Fritz Girod (Bauer und Bürgermeister), Friedrich Höhne, Wilhelm Schinz. —
Handwerker: Gärtner Walter Dingel, Maurer Rudolf Staschewki. —
Melker Otto Balzat. —
Bahnarbeiter Fritz Dietrich. —
Deputanten: Karl Fischer, Willi Hartwig, Kurt Neumann, Fritz Schulz und Gustav Stephan.—
Melker Gustav Gebhardt. —
Arbeiter Heinrich Luschnat. —
Rottenaufseher Gustav Mann. —
Weichenwärter Franz Martinkewitz. —
Sozialstatus: 3 Rentenempfänger, 3 Rentenempfängerinnen, 2 Witwen, 1 Altsitzer, 1 Altenteilempfänger, 2 Frauen ohne Beruf, 1 Mann ohne Angabe des Berufs. —
1925: 5 Besitzer (davon Wilhelm Schinz Gemeindevorsteher), 1 Lehrer. —
Im Archiv der Kreisgemeinschaft Gumbinnen ein ausgefüllter Ortsfragebogen, mit Beiblatt und Ortsplan von Günther Schinz aus Groß-Gauden (Groß-Gaudischkehmen).
Danach ist die Schule im Jahre 1900 erbaut worden (gemeint ist damit ganz sicher der Erweiterungsbau von 1901, der durch den Verwaltungsbericht beglaubigt ist). Lehrer Führer war an der Schule bis zur Vertreibung tätig. Unter Männern, die sich um den Ort verdient gemacht haben, wird „Christian Schinz, geb. 1716“ genannt.
An anderer Stelle im Fragebogen wird dieser als Gründer des Ortes bezeichnet.
Nach der großen Pest von 1709/10 geschah die Wiederbesiedlung im Jahre 1781 durch Schweizer.
Im Ersten Weltkrieg sind aus dem Ort 5 Männer gefallen, im Zweiten Weltkrieg 9. —
In unserer Familien-Chronik der Familie Schinz steht folgender Vermerk: „Der 1716 geborene Christian Schinz kaufte das Land Pendrinnen von einem Philipp Hagen, der selbst die Wüstenei Pendrinnen 1771 (müßte doch heißen 1671! Anm. Grenz) vom Forstfiskus erworben hatte. Christian kam als 65-jähriger nach Pendrinnen mit 3 großen Söhnen, die bald Familien gründeten. Um 1800 gab es schon 8 Familien Schinz in Pendrinnen„. Die Schinzens sind um 1712 aus der Schweiz (Zürich) nach Ostpreußen eingewandert und waren freie Bauern. Nach diesem Dokument gilt Christian Schinz als der Begründer von Pendrinnen. Meine Mutter ist eine geborene Schinz aus Pendrinnen und ein Nachkomme von Christian. —
Weiter führt G. Schinz aus: Ich bin nach Pendrinnen zur Schule gegangen. Dort gab es noch einen Wall und dahinter einen tiefen Graben. Dieser Wall lag nördlich der Dorfstraße und umfaßte eine Fläche von 120 m Breite und etwa 300 m Länge. Hier sollen damals Vieh und Pferde zur Nacht Aufnahme gefunden haben. Auf dem Wall soll sich noch ein Holzzaun befunden haben. Auf der ganzen Südfront stand er höher. Dort fand man auch noch alte Mauerreste und Brunnen.
Der zugehörige Ortsplan ist am 14.03.1966 angefertigt worden. Wahrscheinlich hat Schinz zu gleicher Zeit den Ortsfragebogen ausgefüllt. Es sind 14 Grundstücke mit Nennung der Besitzer in den Plan eingetragen, darunter auch die Haltestelle Pendershof, die Schule und das Bahnwärterhaus. —
Der letzte Amtsbezirksvorsteher Fritz Niklaus berichtet am 12.11.1968 über den Ort:
Die Gemeinde Pendershof hatte sehr schweren Boden. Die Eigentümer waren: Gustav Dedeleit 43,13 ha. Gustav Dingel 35,50 ha. Johannes Schinz 90,00 ha. Fritz Girod 74,00 ha. Ella Höhne 32,50 ha. Schule 1,50 ha. Pendershof war etwa 3 km von Groß-Gauden entfernt und grenzte an die Brödlauker Forst; es bestand also eine besonders gute Jagd.“
Der Bahnhof lag an der Strecke Gumbinnen—Insterburg.
Auf sämtlichen Scheunendächern waren Storchennester vorhanden.
Eine Schule war am Ort.