Übersicht – Quelle: Gumbinnen von Dr. Grenz

Puspern

mit Gut Puspern, nebst den Vorwerken Klein-Puspern, Packladim (auch Packledimm) und Vorwerk Exklave Packladimmer Moor (Vorwerk Neusorge) und Bahnhof Trakehnen:

Kirchspiel und Standesamtsbezirk Amtshagen (Szirgupönen). Amtsbezirk Puspern. — E.: 442. GH.: 910,— RM. G.: 1346 ha. —
Einklassige Volksschule, etwa 1937 erbaut, in Dorf Puspern gelegen, 1925: Lehrer Gustav Brenneisen, 1937: Lehrer Karl Scheffler (dieser lt. Ortsfragebogen bis zur Vertreibung am Ort). —
1937: Bürgermeister Landwirt Erich Nehrkorn. —
Post: Trakehnen 2 (13 km). —
Landwirte: Karl Klamm, Max Scheidler, Lina Torkler. —
Handwerker: Schneidermeister und Siedler Richard Bendig, Maurer Paul Karohs, Schuhmacher Karl Leibinnes. —
Deputanten: Fritz Bach, Emil Franz, Fritz Linndhammer, Friedrich Mauroschat, Fritz Mauroschat, Otto Radschat, Friedrich Reuter, Daniel Steinke, Heinrich Stürmer, Emil Wenzlokat, Otto Werner, Karl Wieser. —
Hofgänger: Franz Gieger, Hermann Hemsch jun., Erich Noreisch, Willi Reuter, Herbert Stürmer, Reinhard Stürmer.
Arbeiter: Eduard Gering jun., Hermann Hemsch (Landarbeiter), Wilhelm Leopold, Emil Nehske (Landarbeiter), Friedrich Steinke. —
Gehaltsempfängerin Louise Gillweit. —
Rentnerin Charlotte Bock, 1 Rentenempfänger, 3 Rentenempfängerinnen. —

Im Ortsteil Vorwerk Klein-Puspern 1937:
Kämmerer Karl Kehlert. — Wirtin Maria Lehmann. — Schmied Franz Rothaupt. — Melkermeister Emil Rentel, Melker Ferdinand Lobinsky, Melkergehilfe Eugen Tautor. — Landwirt Erich Nerkorn. — Kutscher Otto Gaudßun. — Deputanten: Karl Gaudßun, Alex Hermann, Ernst Kibgies, Friedrich Kurbjuhn. — Hofgänger: Gustav Hermann, Karl Kuhrau, Helmut Pitschmann. — Landarbeiter: August Didjurgeit, Fritz Grau, Wilhelmine Triebe. — Arbeiter: Franz Konrad, Fritz Rock, August Schwoy. — Sozialstatus: 2 Rentenempfänger, 1 Dorfarme, 1 Invalide. — 
Im Ortsteil Gut Puspern 1937:
Landwirt Alfred Schulze. — Gutssekretärin Erna Neumann. — Kämmerer Gustav Paululat. — Gastwirt und Gutssattler Hermann Atzpadin. — Wirtschafterin Auguste Blank. — Wirtin Ida Dembrowski.  Schmied Otto Gassner. — Gärtner Gustav Lau. — Säuglingsschwester Ilse Oloff. — Obermelker Albert Pallentien. — Maschinenbaumeister W. Schlemminger. — Förster Johannes Schwarz. — Schmiedegeselle Fritz Schwarzien. — Stellmachermeister Otto Weber. — Gutszimmermann Otto Werning. — Hausmädchen Berta Stremplat. — Hofgänger: Willi Bach, Fritz Balschukat, Franz Bleihöfer, Erwin Jubin, Wilhelm Stremplat. — Landw.-Gehilfe Reinhold Beyer. — Melkergehilfen: Fritz Bronnert, Hermann Hinz, Artur Jeske. — Waldarbeiter Gustav Fengel. — Arbeiter: Franz Link, Gustav Paululat jun., Elise Schumacher, Franz Szardien. — 1 Rentner, 2 Rentenempfängerinnen. — 
Im Ortsteil Packladim 1937:
Landwirt Karl Scheffler. — Vet.-Rat i. R. Paul Matthias. — Wirtschafter Fritz Holl. — Chauffeur David Schlafhorst. — Kutscher Fritz Schmidt. — Bäuerin Anna Steinke. — Maurer Edmund Steinke. — Bäuerin Melita Steinke. — Siedler Otto Wegner. — Freiarbeiter Emil Loyal. — Arbeiter Gustav Müller. — Freiarbeiter Herbert Müller. — Altsitzer Hermann Grudßus.
Im Ortsteil Bahnhof Trakehnen 1937:
Wirtschafter Fritz Albutat, Arbeiter Fritz Becher, Posthelfer Franz Bleihöfer, Weichensteller Ludwig Bondzio, Reichsbahn-Betriebs-Assistent Friedrich Brosowski, Postagent Hermann Engel, Bahnbetriebs-Assistent Karl Friedrich, Bahnhofsvorsteher Heinrich Hahn, Rentner Fritz Hefft, Freiarbeiter Albert Hundrieser, Rentenempfängerin Wilhelmine Irretier, Arbeiter August Kniephoff, Bahnarbeiter Gustav Labudat, Bahnarbeiter Otto Labudat, Eisenbahnarbeiter Hermann Laupichler, Friseurgehilfe Fritz Mietner, Eisenbahn-Rottenführer Otto Mietner, Weichenwärter i. R. Albert Müller, Schneider Albert Müller, Arbeiter Fritz Müller, Rentenempfängerin Luise Oberpichler, Arbeiter Matthes Oberpichler, Landwirt Jacob Penczek, Postbote August Pluskat, Melker Emil Ruttkins, Bahnarbeiter Karl Ruttkies, Rentenempfängerin Auguste Schönfeld, Bahnhofswirtin Elisabeth Schumann, Eisenbahner Gustav Vorwald. —

1925:
Im Dorf Puspern: 1 Lehrer, 1 Gutsbesitzer Max Führer, 2 Besitzer, 1 Wirtin, 1 Inspektor, 1 Kämmerer, 1 Obermelker, 1 Schmied, 1 Rentner, 1 Kunstgärtner. —
Im Ortsteil Gut Puspern: Rittergutsbesitzerin Frida Käswurm, Gutsverwalter Matthias Brückler, Ingenieur Ulrich Aschmann, 1 Gastwirt, 2 Geschäftsführer, 2 Inspektoren, 1 Rendant, 2 Kämmerer, 1 Förster, 1 Wirtin, 1 Stütze, 2 Stubenmädchen, 2 Küchenmädchen, 1 Kraftfahrer, 1 Dienstmädchen, 1 Oberschweizer, 1 Maschinenmeister, 1 Hofverwalter, 1 Gärtner, 1 Stellmacher, 1 Schmiedemeister, 1 Müller, 3 Melker, 1 Melkerin, 1 Maurer, 1 Schmied, 29 Deputanten. —
Im Ortsteil Bahnhof Trakehnen: Stationsmeister Heinrich Hahn, Betriebsassistent Friedrich Brojowski, Eisenbahnassistent Albert Beuth, Lehrer Kurt Hahn, Schrankenwärter K. Hausmann und Karl Gromm, Rottenführer Fritz Cischewska, Weichenwärter Friedrich Adomat und Heinrich Schulz, Weichensteller Albert Müller, Hilfsweichensteller August Schalwat, Postagent Hermann Engel, Postschaffner August Kögler, Bahnhofswirtin Alice Benthner, Dienstmädchen Marie Szardin, Ingenieur Herbert Hahn, pensionierter Oberschaffner Karl Kohl, Rentner Eduard Reimann, Bahnarbeiter Friedrich Gläser, Pensionierter Bahnbeamter Robert Lindenau. —
Im Archiv der Kreisgemeinschaft eine Beschreibung von Gut Puspern (des größten Gutes aus dem Kreise Gumbinnen) im Besitz der Familie Käswurm vom 17.08.1956:
„Puspern war 5300 Morgen groß und seit 1786 im Familienbesitz. Es waren in dem Betrieb 240 Pferde vorhanden, darunter Jahrgänge Fohlen zu je 45 Stück, zusammen also 135 Fohlen. Die weiteren 105 Pferde waren Kutsch-, Reit-, Ackerpferde und Mutterstuten. Letztere waren in Stutengespanne eingeteilt und mußten alle Arbeiten mitmachen. An eigenen Fohlen fielen pro Jahr ca. 30 Tiere; der Rest wurde von den bäuerlichen Nachbarn zugekauft. Rindvieh hatte das Gut insgesamt 500 Stück; davon 180 Milchkühe, aufgeteilt in 2 Herden. Der Schweinebestand belief sich auf 120 Tiere. Das Ackerland umfaßte 3000 Morgen, Wiesen und Weiden 1000 Morgen Land. Der Rest war Wald. Mit Freiarbeitern und Beamten hatte das Gut 60 Arbeiterfamilien beschäftigt, dabei bestanden eigene Schmiede, Schlosserei, Schneidemühle, Brennerei mit 63000 Liter Brennrecht, Stellmacherei; außerdem ein Hof-Zimmermann und ein Hof-Maurer, dieser mit 2 ständigen Gehilfen, da alles in eigener Regie gebaut wurde. Von den Arbeitern waren mehrere 25 Jahre und länger im Betrieb, z. T. auch deren Väter und Großväter: Hermann Boehm (2. Generation), Otto Werner (2. Generation), Maurer Karl Karos, Fritz Link (3. Generation), Franz Link (3. Generation [nach der Flucht verstorben, Bruder von Fritz]), Fritz Bach (3. Generation), Fritz Lindhammer (2. Generation), Fritz Nietz (2. Generation), Berke, Schwager von Fritz Nietz, Bleihöfer (2. Generation), Kehlert, Alex Hermann (2. Generation), Fritz Kurbjuhn (2. Generation, sein Vater war noch im Betrieb tätig), Gering war mit 72 Jahren noch Nachtwächter, sein Sohn Eduard war als Brennereigehilfe tätig, Otto Schumacher, Liese Schumacher, Miene Triebe. Alle weiteren Familien waren außer 7 von ihnen länger als 15 Jahre im Betrieb tätig; von vielen waren die Söhne bereits auf dem Hofe beschäftigt.“ (Anm. Grenz: Leider trägt diese Beschreibung des Gutes Puspern keine Unterschrift; es bleibt also letztlich der Name des Verfassers offen.) —
Schließlich befindet sich 1 Ortsfragebogen im Archiv der Kreisgemeinschaft Gumbinnen, am 12.06.1966 ausgefüllt.
Danach war der letzte Bürgermeister von Puspern Alfred Schulze.
Der zuständige Amtsbezirk soll zuletzt Schweizersfelde (Tublauken) gewesen sein.
Es bestanden zuletzt am Ort 1 Kaufladen, 5 Bauernhöfe, 2 Güter, 1 Schneider.
Nach der großen Pest von 1709/10 sind Salzburger angesiedelt worden. —
Im Ortsteil Bahnhof Trakehnen muß eine Zeitlang eine eigene Schule bestanden haben, da 1925 ein Lehrer Kurt Hahn erwähnt wird. 1937 gab es jedoch dort keinen Lehrer mehr, denn das Einwohnerbuch führt keinen. —
In der LZ vom 10.09.1897 wird die Lehrerstelle P. zum 01.01.1898 ausgeschrieben für 900 Mark Grundgehalt, Wohnung, Feuerung und große Landdotation. Meldung an den Patron, Rittergutsbesitzer Käswurm daselbst. —

Bei Wiederholung der Ausschreibung in der LZ vom 17.09.1897 werden 40 Morgen Dienstland angegeben und Meldung wird an die Regierung in Gumbinnen erbeten.