Übersicht – Quelle: Gumbinnen von Dr. Grenz


Rahnen

K. Nemmersdorf – A. Angerhöh (Szus­kehmen) – St. Nemmersdorf. – E.:  77. GH.: 770,- RM. G.: 185 ha. – Eingeschult nach Dingelau (Dinglauken), Kr.  Angerapp (Dar­kehmen), und zwar bis zur Verteibung (lt. Ortsfragebogen). 1937: Bürgermeister Bauer Fritz Liedtke – Post: Grasgirren über Gumbinnen (17 km). – Landwirte: Fritz Bagowsky, Ernst Ekat, Fritz Liedtke, Karl Meyer, Johannes Schienagel, Otto Schmidt, Otto Seiler, Fritz Soltner, Otto Thieslauk, Gustav  Zielich. – Handwerker: Gärtner Hermann Borchert. – Postschaffner Martin Stellmacher. – Besitzer Friedrich Gruber. – Besitzer Anton Baltrusch. – Angestellter Otto Kreutz. – Deputant Fritz Pinkel. – Deputant Otto Schäfer. – Sozial­status: 1 Rentier, 4 Altsitzer, 3 Altsitzerin­nen, 1 Kleinrentner. – 1925: 13 Besitzer: Fritz Nolting, Fritz Liedtke, Gustav Zielich, Otto Thieslauk, Fritz Soltner, Adolf Schä­fer, Auguste Schäfer, Ernst Eckert, Otto Schmidt, Ed. Schinnagel, Friedrich Gruber, Anton Baltrusch, Karl Meyer. –


Im Archiv der Kreisgemeinschaft Gumbinnen 1 Orts fragebogen, mit Beiblatt, Skizze des Dorfes auf Millimeterpapier und Grundriß des Dor­fes auf einem großen Bogen dicken Zeichen­papiers, in den nicht nur die einzelnen Ge­höfte, sondern auch die Grenzen der Lände­reien der einzelnen Gehöfte eingetragen sind. Genau auf der Südspitze der Gemarkung Rahnen und unmittelbar an der Kreisgrenze liegt der Friedhof des Ortes, der angrenzt an den Friedhof von Grasgirren, der also ebenfalls genau an der Kreisgrenze angelegt war. Bauer Fritz Liedtke war bis zur Ver­treibung in seinem Amt. Der Ort hatte nach dem Beiblatt zum Ortsfragebogen 14 Höfe, der 15. lag bereits in Dingelau. Es handelt sich um folgende: Anton Baltrusch 38 Mor­gen. Fritz Bagowski 40 Morgen. Ernst Ekat 24 Morgen (und 6 Morgen in Gemarkung Dingelau). Fritz Gruber 18 Morgen. Fritz Liedtke 90 Morgen. Franz Lippold 100 Mor­gen. Franz Lippold 130 Morgen. Karl Meyer 13 Morgen (und 5 Morgen in Gemarkung Dingelau), Otto Schmidt 24 Morgen (und 20 Morgen in der Gemarkung Dingelau). Johannes Schienagel 25 Morgen (und 15 Mor­gen in Dingelau). Otto Seiler 40 Morgen. Fritz Soltner 43 Morgen. Otto Thieslauk 53 Morgen. Gustav Zielich 57 Morgen. Trost­mann, wohnhaft in Dingelau, besaß 24 Mor­gen in Rahnen. Früher stand in der Gemar­kung Rahnen eine Bockwindmühle, die 1911 abbrannte; Besitzer war der Müllermeister Georg Ekat, der 1912 gestorben ist.

Für die früheste Besiedlung läßt sich nur die Ansied­lung von Salzburgern vermuten; in früheren Generationen waren am Ort noch vertreten: Schäfer, Karper, Beister, Kuster, Weber, Kam­mer. Ferner führt Ernst Ekat auf dem Bei­blatt aus (er hat übrigens auch den Ortsfrage­bogen und die Pläne angefertigt 1966): „Einen Rückschluß auf die Zeit vor 1710 läßt folgen­de Tatsache zu. Der Hof mit Gastwirtschaft, zu dem das Grundstück Nr. 15 gehört, liegt in der  Nachbargemeinde Dingelau. Desgleichen gehörten 23 Morgen von Grundstück Nr. 13 früher dem Schmiedemeister Schaumann in Dingelau. Die Trümmer der Schmiede habe ich als Kind noch gesehen. Man fragt sich nun:  „Wie erklärt sich dieser Umstand? Un­sere Vorfahren erzählten, daß unser Dörf­chen vor 1710 viel größer gewesen sein soll! Nach der Pestzeit waren dann viele Höfe leer, kein Mensch war da, der darauf An­recht hatte. So wäre es zu erklären, daß aus den Brackländereien Domänen gebildet wur­den. Interessant dürfte in diesem Zusammen­hang sein, daß 1938 die Domäne Dingelau aufgesiedelt wurde und teilweise als Anlie­gersiedlungsland von Rahner Bauern wieder bewirtschaftet wurde.“

Im Ersten Welt­ krieg fielen 4 Männer unseres Dorfes, im Zweiten Weltkrieg – 2 Männer und etwa 5 Frauen und 4  Männer sind von den Russen auf der Flucht erschossen worden oder auf andere Weise umgekommen.