Rosenfelde


Übersicht – Quelle: Gumbinnen von Dr. Grenz

Rosenfelde

Kirchspiel Kanthausen (Judtschen). Amtsbezirk und Standesamtsbezirk Kanthausen (Judtschen). E.: 94. GH.: 810— RM. G.: 223 ha. —

Einklassige Volksschule, Neubau des Schulgehöfts 1896 beschlossen und 1897 ausgeführt (Verw.-Ber. 1896/97). 1925: Lehrer Karl Ehmer, dieser auch 1937 verzeichnet und lt. Ortsfragebogen vom 13.06.1966 bis zur Vertreibung am Ort. —
1937: Bürgermeister Landwirt Hermann Rauschning.
Post: Rosenfelde über Insterburg 2 (24 km). —
Gastwirt: August Engelhardt.
Landwirte: Max Girod, Hermann Rauschning, Fritz Schinz. —
Melker: Otto Bendrat, Fritz Grigo, August Jegutzki. —
Handwerker: Schmiedemeister Fritz Horn. —
Kutscher Gustav Paul. —
Deputanten: Otto Klein, Wilhelm Kleischmann, Gustav Peto, Karl Rausch. —
Arbeiter: Johann Bartel, Wilhelm Begenat, Hans Kipson, Franz Schaaf, Franz Schneider. —
Sozialstatus: 1 Rentenempfänger, 1 Altsitzer, 1 Ortsarme, 1 Witwe. —
1925: 1 Lehrer. 3 Besitzer, 1 Gastwirt, 1 Kaufmann, 1 Schmied, 1 Kätner. —
Im Archiv der Kreisgemeinschaft Gumbinnen 1 Ortsfragebogen mit Beiblatt und ein Großplan der Gemarkung, mit Eintragung der Anwesen:
1. Hermann Rauschning. 2. Oskar Engelhardt. 3. Fritz Schinz. 4. Max Girod. 5. Schule und ohne Nr. der Friedhof.
Ortsfragebogen ausgefüllt am 13.06.1966 von Marie Loos.
Danach der letzte Bürgermeister Bauer Fritz Schinz.
Der Ort lag an dem Wasserlauf Dittowa.
In der Gastwirtschaft von Oskar Engelhardt bestand auch 1 Kaufladen. Nach wie vor 3 Bauern am Ort: Schinz, Girod und Rauschning. —
Auf dem Beiblatt führt Marie Loos aus:
„Die Linien der Bauern von Rosenfelde gehen bis zur Einwanderung der Salzburger zurück. Rosenfelde wurde 1732 besiedelt. Es entstanden gleich 3 große Bauernhöfe, davon 2 mit du Maire und 1 mit Girod. Die beiden ersten verkauften und darauf kamen viele Einwanderer. Auf den einen Hof kam ein Salzburger und auf den andern ein Schweizer, dessen Vorfahren aus Bern kamen, wo der Name auch heute noch vorhanden ist und zu derselben Linie gehört (Schinz). Girod waren franz. Hugenotten. Der Name hat sich bis zur Vertreibung erhalten, und die Frauen waren alle, bis auf die letzte (geb. Hagen) auch französische Hugenotten. Die Mutter der B. Gudat geb. Schinz aus Rosenfelde war eine geb. Girod.
Lt. Verw.-Ber. 1897/98 wurde am 04.11.1897 die Aufbringung des Lehrergehalts für Rosenfelde beschlossen. Daraus scheint hervorzugehen, daß die Schule erst zu diesem Zeitpunkt in diesem kleinen Ort gegründet worden ist. An eine ältere Gründung ist auf keinen Fall zu denken. —
Fritz Niklaus macht folgende Angaben:
„Die Eigentümer waren: 1. Oskar Engelhardt 4,88 ha. 2. Max Girod 63,00 ha. 3. Hermann Rauschning 83,00 ha. 4. Friedrich Schinz 59,00 ha. 5. Schule —  Karl Ehmer  2,50 ha. 
Rosenfelde war ein kleines Bauerndorf und lag an der Hauptstraße Insterburg—Angerapp (Darkehmen).

Außer der Gastwirtschaft eine große Deckstation für Trakehner Warmblut im Ort.“