Karl Heinrich, geb. 24.09.1832 in Gumbinnen, gest. 15.05.1909 in Königsberg, er wurde ohne Arme geboren, kam zehnjährig in die Elementarschule, 12-jährig zum Friedrichsgymnasium in Gumbinnen, bestand 1852 das Abitur und stu­dierte in Königsberg Geschichte, promovierte über Richard I. von England, wurde 1866 Privatdozent, seine Antrittsvorlesung „Über den heutigen Stand der Forschung auf dem Gebiete unserer Provinzialforschung“ bedeutete sein Programm: Abkehr von der romantischen Geschichtsschreibung Johannes Voigts und Übergang zur quellenkritischen Schule, wie sie von den Herausgebern der Scriptores rerum Prussicarum und den Ermländern im letzten Jahrzehnt inauguriert war. 1873 wurde er a. o. Professor der Geschichte mit dem Lehrauftrag für altpreußische Landesge­schichte. Dieser widmete er sich fast ausschließlich. Als wichtigstes Ergebnis seiner Forschungen erschien 1880 der 1. Teil der Geschichte von Ost- und Westpreußen. Un­ter den Veröffentlichungen des Geschichtsvereins gab L. das Haushaltungsbuch des Kaspar Nostiz heraus, eine sehr wertvolle Quelle für die preußische Geschichte des 16. Jahrhunderts.