Heinrich Theodor, geb. 20.01.1773 in Schreitlauken, Kr. Tilsit, gest. 23.07.1856 in Arnau bei Königsberg. Nach Vorbereitung durch Hauslehrer studierte er seit 1788 in Königsberg Rechts- und Staatswissenschaften. Seit 1793 als Referen­dar im Staatsdienst, wurde er frühzeitig vom Minister Friedrich Leopold v. Schroetter bemerkt, der ihm Studienreisen in England und Mitteldeutschland ermöglichte. Sein politisches Denken wurzelt in der Kantischen Sittenlehre: Jeder Staatsangehö­rige hat Anspruch auf Freiheit. Von 1809 bis 1816 wirkte er als Regierungspräsident in Gumbinnen, 1816 wurde er Oberpräsident von Westpreußen und von 1824—1842 Oberpräsident der Provinzen Ost- und Westpreußen. Er gehörte zu den maßgebenden Männern, die die Erhebung gegen Napoleon vorbereiteten. Hervorragendes leistete er für die allgemeine Volksbildung. Im Jahre 1811 wurde allein im Bezirk Gumbinnen mit dem Bau von 21 neuen Schulen begonnen. In Karalene entstand ein Schul­lehrerseminar als Pflegestätte der neuen Pestalozzi-Erziehungs- und Unterrichts­methode.