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Übersicht
Quelle: Gumbinenn von Dr. Grenz
 
Balbern (Balberdszen): Kirchspiel und Standesamtsbezirk Nemmersdorf. Amtsbezirk Angerhöh (Szuskehmen). E.: 50. GH.: 730,- RM. G.: 67 ha. -
 
Eingeschult nach Schublau (Szublauken). -
 
1937: Bürgermeister Bauer Otto Adomeit (lt. OF bis zur Vertreibung im Amt). -
 
Post: 1937 nicht angegeben, aber 1925 Post Nemmersdorf. -
 
Landwirt Gustav Schwentfeuer. -
 
Bauern: Franz Gossing, Fritz Gossing (Jungbauer), Fritz Meinekat, Fritz Meinekat (Jungbauer). -
 
Handwerker: Maurer Fritz Bieber, Schlosser Alfred Peretten. -
 
Melker Erwin Peretten.
 
Gastwirtin Emma Gossing. -
 
Freiarbeiter: Franz Pawlowski, Franz Zwirnlein. -
 
Arbeiter: Otto Christopeit, Otto Esch. -
 
Sozialstatus: 1 Witwe, 1 Kleinrentner, 1 Rentenempfänger. -
 
1925: 3 Besitzer, 1 Rentner, 1 Kleinrentner, 2 Altsitzer, 2 Eigenkätner (Gust. Schwendtfeuer und Franz Zwirlein), 2 Rentenempfänger, 3 Deputanten, 1 Bahnarbeiter.
 
Im Archiv der Kreisgemeinschaft Gumbinnen 1 Ortsfragebogen mit Ortsskizze und Erläuterungen zu der Skizze:
 
1. Fritz Adomeit, Bauer - ca. 200 Morgen. 2. Franz Gossing, Bauer - ca. 80 Morgen. 3. Pension Gossing. 4. Ausflugslokal Balbern (Adomeit). 5. Landwirt Meinekat - ca. 30 Morgen. 6. Fritz Bieber, Maurermeister - ca. 10 Morgen. 7. Eisenbahnhaltestelle Balbern.
 
Nach OF lag der Ort auf dem uralisch-baltischen Landrücken.
 
Fritz Adomeit begründete das berühmte Ausflugslokal der Gumbinner, das nur während der Sommerszeit geöffnet war. Franz Gossing baute das Pensionshaus "Waldfrieden", das ganzjährig geöffnet war.
 
Der letzte Amtsvorsteher war Landwirt Ernst Walter aus Angerhöh (Szuskehmen).
 
Der zuständige Polizeiposten befand sich in Schublau (Szublauken) - (Hauptwachtmeister Fritz Schmidt, von den Russen ermordet).
 
Es gab keinen Kaufladen am Ort.
 
Josties hatte ca. 20 Morgen Land, Fritz Bieber ca. 20 Morgen (nach Erläuterungen der Ortsskizze nur ca. 10 Morgen!).
 
Nach der großen Pest von 1709/10 siedelten Salzburger am Ort.
 
Balbern war Haltestelle der Gumbinnen-Angerburger Bahn.
 
Zur 9 km entfernten Stadt Gumbinnen führte eine feste Kies- und Steinstraße.
 
Im Ersten Weltkrieg blieb B. von Kriegsschäden weitgehend verschont. -
 
Nach einer Notiz von Fritz Schaumann vom 30. Juli 1965 gehörte das Waldheim Balberdszen der Schwester des Herrn Gossing und wurde in den 30er Jahren errichtet. Nach Fertigstellung des Hauses legte man einen Goldfischteich daneben an, der jedoch kein Wasser halten wollte. Franz Gossing versuchte, den Teich durch Heranschaffen mit Wasserküwen zu befüllen. Doch diese Arbeit erwies sich als viel zu langwierig. So rief er die neue Motorspritze der Freiwilligen Feuerwehr Szuskehmen zu Hilfe, die jedoch erst eingreifen konnte, als man den Teich zum Feuerlöschteich für das nebenstehende Gebäude deklarierte. Allerdings mußte Gossing den Brennstoff für die Feuerwehr bezahlen und steuerte auch noch einen Betrag für eine neue Feuerwehrausrüstung bei. Der kleine Teich wurde mit einem weißen Birkengeländer eingefaßt, von dem aus die zahlreichen Besucher die Goldfische im Teich beobachteten. -
 
Im Archiv der Kreisgemeinschaft Gumbinnen 3 0riginal-Rezeßakten der Gemeinde B. aus den Jahren 1839, 1855 und 1865.


 


 
Daten
(Quelle: Arbeitsbriefe von Erwin Heisrath)

  1536 Erste Erwähnung des Ortes
  1583 In den Abrißbüchern unter dem Namen Paberschenn erstmals erwähnt.

03.01.1894 Auf Grund eines „Landesherrlichen Erlaßes“ wird Balberdszen in Szublauken eingemeindet.

11.11.1921 Der Regierungspräsident Gumbinnen verfügt, daß das Gebiet von Balberdszen aus Szublauken ausgegliedert und wieder zu einer selbständigen Landgemeinde wird.
  1927/1928 Von Gumbinnen bis Balberdszen wird eine neue Kiesstraße ausgebaut.
  1929 Der Weg von der Bahnhaltestelle bis zum Dorf wird als Kiesstraße ausgebaut
Herbst 1931 -
Frühj. 1932 Emma Gossing baut am schön gelegenen Waldessaum ein Ausflugslokal mit Fremdenpension
  „Waldheim“
 
Außerdem im Jahre

  1932 Fritz Gossing gründet zusammen mit Herrn Sellert und Lehrer Dumschat, Szublauken, den  Kleinkaliber-Schützenverein Balberdszen.
  1936 Die Schreibweise des Ortsnamens wird von Balberdszen in Balberdschen geändert
Juni/Juli 1944 Balbern wird elektrifiziert.
20./21.10.1944 Die Bevölkerung tritt in der Nacht die Flucht an, ohne den Fluchtbefehl abzuwarten.
25.10.1944 Das zwischenzeitlich von sowjetischen Truppen besetzte Dorf wird zurück erobert.

Diözese  
Nach letzten Angaben Gumbinnen
 Superintendent
  Nach Angaben für 1810-1824 Karl Gotthard Keber
  Nach Angaben für 1826 Justus Zippel
  Nach letzten Angaben Konrad Klatt

Domänenamt siehe Amtsbezirk

Einwohner
Nach Angaben für 1818 25
Nach Angaben für 1869 45
Nach Angaben für 1925 59, davon 34 männl.
Nach Angaben für 1937 46
Nach Angaben für 1939 50, davon 22 männl.