Übersicht
Quelle: Gumbinnen von Dr. Grenz
 
Ullrichsdorf Ostpr. (Groß-Wischtecken), mit Ullrichshof (Klein-Wischtecken) (Gut) und Grünheide:

Kirchspiel Kanthausen (Judtschen). Amtsbezirk und Standedsamtsbezirk Kanthausen (Judtschen). — E.: 329. GH.: 810,— RM. G.: 461 ha. —
 
Einklassige Volksschule. 1925: Lehrer Hermann Monzka. 1937: Lehrer Bruno Homfeld. —
 
1937: Bürgermeister: Molkereibesitzer Friedrich Lindenblatt. —
 
Post: über Insterburg II (24 km). —
 
Landwirte: Emil Behrendt, August Borowski, Albert Buttgereit, Fritz Columbus, Fritz Dudßus, Hans Girod, Fritz John (Landwirt und Gastwirt), Friedrich Kallweit, Karl Kallweit, Albert Motzkat, Hans Padeffke, Johann Petrat (Schneidermeister und Landwirt), Hermann Podschun, Fritz Poschwatta, Ferdinand Räder (Landwirt und Rentenempfänger), Fritz Reichert, Friedrich Schiemann, Max Tieslauk. —
 
Jungbauer: Fritz Columbus, Erwin Padeffke, Erich Podßun, Walter Schiemann. —
 
Gutsbesitzer: Hans von Trotha. —
 
Handwerker: Schmiedemeister Franz Bäck, Stellmacher Emil Brandenburg, Schmiedegeselle Eduard Brassat, Fleischer Gustav Koralus, Stellmacher Hans Kornberger, Schmied Johann Krafzig, Tischler Karl Kuster, Schneidermeister und Landwirt Johann Petrat, Stellmacher Max Pingel, Schmied Heinrich Stutzki, Schuhmacher und Kätner Hermann Telge. —
 
Weitere Berufe: Ziegeleiarbeiter Richard Borowski, Straßenwärter Adolf Draber und Karl Hartwich, Ziegelbrenner August Holland, Kätnerwitwe Auguste Kalweit, Kutscher Otto Kühlhorn, Wirtschafter Erich Lach, Molkereibesitzer Friedrich Lindenblatt, Kutscher Otto Metschies, Otto Müller und Ferdinand Philyweski, Kraftfahrer Otto Pantel und Fritz Pilkuhn, Kaufmann Fritz Pillukat, Kistenfabrikant Hans Pillukat, Ziegeleiarbeiter Otto Salewski, Maschinist Fritz Szameitat, Melker Otto Warnat, Betriebsleiter August Wiemer, Molkereigehilfe Willi Wittkuhn. —
 
Deputanten: Franz Borowski, Franz Hinkel, Otto Nern. —
 
Arbeiter: Otto Bendicks, Friedrich Bieber, Richard Borowski (Ziegeleiarbeiter), Fritz Bromand, Ernst Brommond, Hermann Bukies, Otto Bukies, Fritz Domning, Emil Endrulat, Ernst Gerlach, Emil Grünau, Wilhelm Hapke, Fritz Hermann, August Holland, Franz Holland, Otto Holland, Otto Hopp (Landarbeiter), Johann Klöß, Fritz Kuster, Eduard Lange (Holzarbeiter), Franz Markschies, Franz Minge, Otto Müller, Otto Salewski (Ziegeleiarbeiter), Gustav Schaaf, Otto Wagner (Freiarbeiter), August Weiß, Fritz Weiß. —
 
Sozialstatus: 1 Rentenempfängerin, 4 Rentenempfänger, 1 Ortsarme, 4 Witwen, 1 Kätnerwitwe, 2 Altsitzer, 1 Altsitzerin, 1 Kriegsrentnerin. —
 
1925: 1 Lehrer, 1 Meiereibesitzer (Friedrich Lindenblatt), 11 Besitzer (darunter Gemeindevorsteher Hermann Zimmerningkat), 9 Kätner, 1 Betriebsleiter (August Wiemer), 1 Schmied, 1 Schneider, 1 Schneiderin, 2 Schuhmacher, 1 Wagenbauer, 1 Melker. —
 
Im Archiv der Kreisgemeinschaft Gumbinnen Orts- und Gemarkungsplan von Ullrichsdorf mit Eintragung der Grundstückseigentümer:
 
1. Erwin Padeffke, 2. Friedrich John, 3. Ida Behrendt, 4. August Borowski, 5. Emil Räder, 6. Auguste Conrad, 7. Friedr. Buttgereit, 8. Otto Bukies, 9. August Borowski, 10. von Zedelmann, 11. Johann Petrat, 12. August Borowski, 13. Berta Dauk, 14. Hermann Bukies, 15. Friedr. Lindenblatt, 16. Otto Müller, 17. August Wiemer, 18. Fritz Weise, 19. August Weiss, 20. Schule (Turowski), 21. Fritz Reichert. 22. Hermann Telge, 23. Ludwig Josties, 24. Karl Kallweit, 25. Ida Behrendt, 26. August Holland, 27. Hans Pillukat, 28. Hans Pillukat, 29. Max Thieslauk, 30. Fritz Columbus, 31. Fritz Columbus, 32. Hermann Seidenberg, 33. Friedrich Schiemann, 34. Fritz Dudszus, 35. Albert Buttgereit, 36. Elisabeth Motzkat, 37. Hans Girod. 38. Hans Girod, 39. Kalweit, 40. Happke, 41. Lange, 42. Max Eglinski, 43. Hartwig, 44. Heinrich Stutzki, 45. Otto Wagner, 46. Emil Brandenburg, 47. Hans Kornberger, 48. Johann Klöhs. —
 
Ullrichshof:
Besitzer: Ida von Trotha. Die Karte ist im Maßstab 16 cm = 1 km gezeichnet. —
 
Zeitungsinserat, nach 1933, wirbt für: „Friedrich Pillukat & Söhne, Kistenfabrik Groß-Wischtecken, Kr. Gumbinnen. Telefon Sodehnen, Kreis Darkehmen, 156. Größtes Industriewerk    dieser   Art   in   Ostpreußen. Herstellung von Kisten und Kistengarnituren aller Art. Tägliche Verarbeitung von 80—100 rm Kistenholz zu Kisten und Garnituren. Belegschaft 80 Mann."
 
Fritz Niklaus macht über Ullrichsdorf folgende Angaben:
Die Eigentümer zum Zeitpunkt der Vertreibung waren: 1. Otto Bukies 1,12 ha. 2. Albert Buttgereit 6,00 ha. 3. Fritz Columbus 17,00 ha. 4. Berta Dauk 4,00 ha. 5. Berta Girod 27,00 ha. 6. August Holland 0,52 ha. 7. Albert John 33,50 ha. 8. Elisabeth Motzkat 7,66 ha. 9. Otto Müller 0,72 ha. 10 Anna Kuster 12,00 ha. 11. Erwin Padeffke 107,50 ha. 12. Johann Petrat 0,88 ha. 13. Max Thieslauk 10,75 ha. 14. Friedrich Schiemann 12,50 ha. 15. Hermann Seidenberg 11,00 ha. 16. Ida v. Trotha 125,69 ha. 17. Emil Behrend 5,00 ha. 18. August Borowski 5,00 ha. 19. Albert Blosinski 5,00 ha. 20. Fritz Dudschus 5,00 ha. 21. Karl Kalweit 8,00 ha. 22. Auguste Konrad 0,70 ha. 23. Fritz Lindenblatt 2,00 ha. 24. Hans Pillukat 8,00 ha. 25. Podszun 7,50 ha. 26. Emil Raeder 8,00 ha. 27. Fritz Reichert 7,50 ha. 28. Hermann Telge 0,75 ha. 29. August Wiemer 5,00 ha. 30. Schule 3,00 ha.
 
Ullrichsdorf war ein gemischtes Dorf; hier gab es auch Gewerbebetriebe: 1 Wagenbaufirma mit Kistenfabrik, 1 Meierei, 1 Schmiede, 1 Gastwirtschaft Schneider.
 
Das Dorf lag an der Hauptstraße Insterburg—Angerapp. —
 
Über das Gut Klein-Wischtecken (Ullrichshof) schreibt Ida von Trotha am 07.01.1966:
"Als wir im Dezember 1931 Klein-Wischtecken übernahmen, fanden wir ein altes Pergament vor, in dem dem Besitzer des Gutes allerlei Rechte zugesichert wurden, z. B. Weide des Viehs in der angrenzenden königlichen Forst. Es schloß damit, daß, sollte es dem Besitzer des Gutes einmal schlecht ergehen, er sich vertrauensvoll an den König von Preußen wenden sollte. — Ich glaube, das Schriftstück stammte von König Friedrich Wilhelm I.
Das köllmische Gut Klein-Wischtecken hat, wie aus den Grabsteininschriften hervorging, durch mehrere Generationen der Familie Hagen gehört, den Vorfahren der Hagen-Pogrimmen und (Mo?)neiten. Etwa 1904 ging das Gut in anderen Besitz über und wenige Jahre später wechselte es noch einmal den Besitzer. Die Namen weiß ich nicht. Mindestens einer dieser beiden — vielleicht auch beide — soll ein sehr guter Viehwirt gewesen sein. Er baute viel Klee mit Timothee an, zäunte den jeweiligen Timotheeschlag ein und beweidete ihn. Er und einige Bauern der Umgegend ermöglichten es Herrn Lindenblatt, in Groß-Wischtecken eine Meierei zu eröffnen, die bis zum Zusammenbruch von 1945 gut im Gang war und für uns Milchlieferanten wegen der kurzen Anfuhr und der guten Leitung sehr vorteilhaft war. —
Ich glaube, kurz vor dem Ersten Weltkrieg ging das Gut Kl.W. in den Besitz des Herrn Blankenburg über, der in den schlimmen Nachkriegsjahren in Schwierigkeiten geriet. Die Treuhandstelle für Umschuldungskredite übernahm es dann, von der wir es erwarben. —  
Als alten Afrikanern war es uns recht schwer, uns in die so veränderten Verhältnisse hineinzufinden, besonders auch, weil der sehr schwere Boden viel Fingerspitzengefühl verlangte und die wirtschaftlichen Verhältnisse 1931 katastrophal waren. 1 Liter Milch brachte damals 6 1/2 Pfennig. Das änderte sich zwar 1933 nach der Machtübernahme Hitlers, dafür wurden wir aber in den vollkommenen Zusammenbruch geführt und unsere Jugend blieb auf den Schlachtfeldern."

Von Frau M. Loos aus Grünheide findet sich ein Tagebuchbericht im Archiv der Kreisgemeinschaft, in dem sie das Fluchtgeschehen vom 20. Oktober 1944 bis zum 24. November 1944 beschreibt.===> nächste Seite


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