Die Einwanderung der Schweizer 
von Otto Gebauer (Quelle: Gumbinnen, Dr. Grenz)


Die ersten Schweizer kamen 1709 nach Ostpreußen; in den folgenden Jahren nahm die Einwanderung erheblich zu. Der größte Teil der Schweizer Kolonisten wurde im Kreise Gumbinnen angesiedelt. Sie sind es gewesen, die als erste Kolonie die Befreiung vom Scharwerk erkämpft und damit zur sozialen Hebung des Bauernstandes wesentlich beigetragen haben. Im Jahre 1714 entstand die deutsch-schweizerische Gemeinde Sadweitschen. Die Gottesdienste wurden in der ersten Zeit in einer Scheune abgehalten. 

1739 wurde in Gumbinnen die reformierte Kirche gebaut, und die kirchliche Betreuung der reformierten Gemeinden erfolgte nun von Gumbinnen aus. 

1716 wurde eine französisch-schweizerische Gemeinde in Judtschen gegründet. Der Gottesdienst wurde in deutscher und französischer Sprache abgehalten. Die deutschen Schweizer fanden sich durch ihre deutsche Muttersprache leichter mit der neuen Umgebung ab als die französischen Schweizer, die schon durch die Sprache eine schwierigere Verständigung hatten. Aus diesem Missverhältnis der Sprachen und der Umstand, dass die Pfarrer einesteils nicht französisch oder auch nicht deutsch sprechen und schreiben konnten, entstand schon bald ein großes Durcheinander in der Schreibweise der französischen Familiennamen. Diese Familien werden oft den französischen Hugenotten zugezählt. Sie haben aber mit den Hugenotten nichts zu tun. Sie kamen nicht aus Gründen religiöser Bedrängnis, sondern aus solchen rein wirtschaftlicher Natur. 


Die reformierten Schweizer kamen aus der reformierten Schweiz, die reformierten Franzosen (Franzosen, Wallonen, Waldenser) hatten keine Not, ihre seitherige Wahlheimat, die Pfalz, Mark Brandenburg, Magdeburg usw. zu verlassen, es bedrängte sie dort niemand. Sie trieb lediglich der Wunsch, dem Rufe des Königs folgend, sich in Ostpreußen zumeist unter günstigen Bedingungen ein sicheres Auskommen zu schaffen. War doch Ostpreußen nach den Einladungsschreiben das „Land, in dem alles gedieh außer Wein". Es handelte sich also um Kolonisten aus dem Berner Jura, ferner aus dem damals zu Preußen gehörigen und preußisch verwalteten Fürstentum Neuchatel. Weiter handelte es sich um Siedler aus den nordfranzösischen Provinzen, um Wallonen, die teils aus Wallonien direkt oder aus der Mark Brandenburg als Zwischenstation kamen, oder um Waldenser aus den norditalienisch-französischen Gebirgstälern und den württembergischen Waldenser-Dörfern. Nur die wenigen wirklichen Franzosen nach 1710 aus Süddeutschland waren Hugenottenabkömmlinge. Die schweizerischen Herkunftsgebiete waren damals teilweise reichlich übervölkert, so dass einzelne Städte den Abwanderern sogar Zehrgelder mitgaben.

Im Kreise Gumbinnen bildeten die deutschen und französischen Gemeinden erst um 1807 eine Einheit. Die Erinnerung an die französischen Schweizer lebt in den vielen französischen Namen fort, die wir bei unseren Gumbinner Landsleuten feststellen.


Nachstehend eine Zusammenstellung der vor der Vertreibung in Stadt und Kreis Gumbinnen festgestellten französischen Familiennamen. Als Schreibweise wurde bei solchen Namen, die im Laufe der Zeit Änderungen erfahren haben, die nach Daten älteste gewählt. Sie wurde von Geistlichen französischer Herkunft gebraucht, die erfahrungsgemäß die Namen in richtiger Schreibweise wiedergaben:

Bandelier (Bandelie, Bandolier).
Bandelier: Gumbinnen, Schulzenwalde (Buylien),
Bandoly: Großgauden (Groß-Gaudischkehmen), Zweilinden (Stannaitschen).
Belat (Bellat, Bela, Blat).
Bela: Gumbinnen.
Bemotat.
Bernotat: Wiekmünde (Norgallen).
Berrey, siehe Perret.
Berthulin (Bertolain, Bartolin, Bertolin).
Bartolain: Gumbinnen.
Bartolein: Gumbinnen.
Bonnet,
Bonnet: Gumbinnen, Matzhausen (Matzutkehmen), Brückenthal (Samelucken).
Bouchard.
Bouchard: Gumbinnen, Klein-Preußenwald (Klein-Berschkurren), Eissein, Puspern, Kanthausen (Jüdischen), Kleinstangenwald (Klein-Wersmeningken).
Buschard: Mittenfelde (Jodupchen).
Bouvain.
Bouvain: Girnen, Praßfeld (Praßlauken).
Buchain.
Buchain: Hochfließ (Augstupönen), Jungort (Kiaulkehmen).
Busching: Gumbinnen, Jungort (Ganderkehmen), Gertenau (Gertschen), Brauersdorf (Karklienen), Jungort (Kiaulkehmen), Ohldorf (Kulligkehmen), Mixein.
Chevalier, besteht zum Teil unter dem Namen Ritter weiter, anscheinend nicht unter Schawaller, die schon unter diesem Namen eingewandert, also Deutsch-Schweizer sind. Die Änderung Chevalier in Schawaller muss eventuell vor der Einwanderung geschehen sein. — Bei Ostpreußen, die 1813 als Soldat nach Frankreich zogen, wurde vielfach der französische Name geändert.
Cuillat (siehe auch Kilian). Kian: Gumbinnen, Groß-Baitschen.
de la Chaux.
de la Chaux: Heinsort (Sodehnen), Zweilinden (Stannaitschen).
Demant.
Demant: Gumbinnen, Heubude (Laugallen), Rohrfeld, Bergenbrück (Sabadszuhnen), Springen.
Demand: Gumbinnen, Hochfließ (Augstupönen), Falkenhausen (Bibehlen), Schunkern, Eichenfeld (Wilpischen).
Demandt: Angerfelde (Mingstimmen).
Desgardin (Desguardin).
Gardin: Gumbinnen.
Gardein: Ohldorf (Kulligkehmen).
Schardin: Gumbinnen.
Szardien: Gumbinnen.
Destombes (Desombe, Detombes, Dettau, Ditton).
Dittombe: Gumbinnen, Klein-Baitschen, Grünweiden (Grünweitschen), Ohldorf (Kulligkehmen), Altweiler (Purwienen), Schweizerau (Schwiegsein), Haselhof (Warnehlen).
Diltay.
Dildei: Gumbinnen, Mixein.
Dildey: Gumbinnen, Großstangenwald (Groß-Wersmeningken).
Dilley: Gumbinnen, Hohenfried (Spirokeln).
Dodilett (Daudillet).
Dodillet: Gumbinnen.
Dorron (Doron, Dorrau, Dorrong).
Dorrong: Gumbinnen, Groß Waltersdorf (Walterkehmen).
Dubais.
Dubois: Gumbinnen, Florhof (Florkehmen), Schweizerau, Schwiegsein.
du Commun.
Dikomey: Langenweiler (Kollatiscliken).
Düll.
Dill: Gumbinnen.
du Maire (Maire, Merr).
du Maire: Gumbinnen, Mittenfelde (Jodupchen), Zweilinden (Stannaitschen).
Dumaire: Ohldorf (Kulligkehmen), Hasenrode (Stulgen).
Dumont.
Dumong: Gumbinnen, Klein-Tellrode (Klein-Tellitzkehmen), Dauginten (Wilken).
Eschement (Eschment, Eschmann).
Eschment: Gumbinnen, Kahlheim (Antbrakupönen), Falkenhausen (Bibehlen), Gerwen (Gerwischkehmen), Schunkern, Habichtsau (Schunkern), Haselhof (Wannagupchen), Haselhof (Warnehlen).
Eschmann: Gumbinnen, Mixein, Nemmersdorf, Herzogskirch (Niebudszen), Husarenberg (Perkallen), Hasenrode (Stulgen), Eichenfeld (Wilpischen).
Fahre (Favre).
Faber: Werfen (Pennacken).
Fallet (Falet).
Fallet: Gumbinnen.
Flotteron.
Flottron: Husarenberg (Perkallen).
Fornachon.
Fornacon: Gumbinnen, Wilhelmsberg, Kubbein.
Fornasson: Tellrode (Groß-Tellitzkehmen).
Fouquet.
Fouquet: Gumbinnen, Branden (Ischdaggen), Kailen, Ohldorf (Kulligkehmen), Lolen (Lolidimmen), Mertinshagen (Plimballen), Bergenbrück (Sabadszuhnen), Tannsee (Tzullkinnen).
Ganguin.
Ganguin: Großgauden, Kutten (Samohlen).
Gardin, siehe Desgardin.
Girod (Giraud, Girau).Girod: Gumbinnen, Klein-Preußenwald (Klein-Berschkurren), Falkenhausen (Bibehlen), Großgauden (Groß-Gaudischkehmen), Gertenau (Gertsdien), Heinrichsdorf, Nemmersdorf (Kaimeiswerder), Tannsee (Kasenowsken), Ohldorf (Kulligkehmen), Lampshagen (Lampseden), Heubude (Laugallen), Herzogskirch (Niebudszen), Pendershof (Pendrinnen), Rosenfelde, Bergenbrück (Sabadszuhnen), Sampau (Sampowen), Neuenburg (Schmulkehlen), Hohenwerder (Semkuhnen), Heinsort (Sodehnen), Krammsdorf (Stobricken).
Gobat (Gobbat, Goba, Gobba, Guba).
Gobba: Gumbinnen.
Gubba: Gumbinnen.
Gossin (Gossein).
Gossing: Gumbinnen, Baibern (Balberdszen).
Grisard.
Grisard: Gumbinnen, Matzhausen (Matzutkehmen), Großwaltersdorf (Walterkehmen).
Grosjean.
Grosjean: Gumbinnen, Großgauden (Groß-Gaudischkehmen).
Großan: Baibern (Balberdszen), Altkrug (Sadweitschen).
Gueffroi.
Gefrom: Gumbinnen.
Geffrom: Kleehagen (Guddatsdien).
Harpin.
Harpain: Gumbinnen, Angereck (Kampischkehmen), Martinshagen, Pabbeln, Roloffseck (Plimballen), Klein-Wersmeningken.
Heritler.
Ehritt: Gumbinnen.
Eretier: Gumbinnen.
Eretie: Gumbinnen.
Irretier: Gumbinnen, Amtshagen (Szirgupönen).
Huguenin.
Hüguenin: Roßlinde (Brakupönen).
Jaquet (Jacket).
Jaquet: Gumbinnen, Amtshagen (Szirgupönen).
Jaquett: Ohldorf (Kulligkehmen).
Jennet.
Jenett: Forsteck (Budweitsdien), Angereck (Kampisdikehmen), Langenweiler (Kollatisdiken), Gumbinnen.
Jenette: Moorhof (Uszupönen).
Ignee.
Ignee: Gumbinnen.
Igney: Gumbinnen.
Kastell.
Kastell: Gumbinnen, Freudenhoch, Kaimelau, Pommerfelde (Lenglauken).
Kian, siehe Cuillat.
Kllian (wahrscheinlich aus Cuillat).
Kilian: Gumbinnen, Grünfließ (Karszamupchen), Herzogskirch (Niebudszen), Roloffseck (Warkallen).
Langel.
Langel: Gumbinnen, Großpreußenwald (Groß-Berschkurren), Neupassau (Eszerningken), Jägershagen (Ribbinnen).
L'eauclair (Locklair, Loclair).
Locklair: Gumbinnen.
Lockler: Gumbinnen, Falkenhausen (Bibehlen), Angerfelde (Mingstimmen), Habichtsau (Wannagupchen).
Loyal.
Loyal: Gumbinnen, Kanthausen (Judtschen), Krausenbrück (Schlapacken), Großstangenwald (Groß-Wersmeningken).
Lojal: Hohenwerder (Semkuhnen).
Malre siehe du Maire!
Marchand.
Marchand: Moorhof (Uszupönen).
Marin.
Marin: Gumbinnen.
Matthee (Matthes, Matthei).
Matthee: Gumbinnen, Jürgenhof (Jogelehnen), Sodeiken, Zweilinden (Stannaitschen), Habichtsau (Wannagupchen).
Melan.
Melang: Gumbinnen.
Melange: Gumbinnen.
Midie.
Mische: Großgauden (Groß-Gaudischkehmen).
Mischee: Großstangenwald (Groß-Wersmeningken), Pfälzerort (Drutischken).
Mombris.
Mombree: Gumbinnen, Lorenzfelde (Kieselkehmen).
Monbree: Großgauden (Klein-Gaudischkehmen).
Monnbree: Schweizertal (Nestonkehmen).
Monjeon.
Meschong (?): Gumbinnen.
Munier.
Munier: Großgauden (Groß-Gaudischkehmen), Großstangenwald (Groß-Wersmeningken).
Minge: Lolen (Lolidimmen), Großpreußenbruch (Groß-Pruschillen).
Nee.
Nee: Gumbinnen, Angereck (Kampischkehmen).
Nee: Gumbinnen.
Olimer.
Olivier: Gumbinnen, Sampau (Sampowen).
Ottmar (Oumard).
Oumar: Gumbinnen.
Ummard: Erlengrund (Neu-Maygunischken), Jäckstein.
Oumard: Zweilinden (Stannaitschen).
Pechain.
Pech (?): Gumbinnen.
Pernau.
Pernau: Gumbinnen, Großdatzen (Groß-Datzen), Teichhof (Eszerischken), Wiekmünde (Norgallen), Großstangenwald (Groß-Wersmeningken), Dauginten (Wilken).
Perret.
Perret: Gumbinnen, Pfälzerwalde (Budszedszen).
Perrey: Gumbinnen, Kleinpreußenwald (Klein-Berschkurren), Jungort (Gerschwillauken), Gerwen (Gerwischkehmen), Lolen (Lolidimmen), Bergendorf (Pakallnischken), Buchenrode (Skroblienen), Zweilinden (Stannaitschen), Habichtsau (Wannagupchen), Roloffseck (Warkallen), Eichenfeld (Wilpischen).
Berrey: Gumbinnen.
Petau (Pettau).
Pettau: Jürgendorf (Jogelehnen), Erlengrund (Marienhöhe).
Peto: Rosenfelde.
Peter.
Peter: Gumbinnen, Großwaltersdorf (Walterkehmen).
Fetter.
Fetter: Trakehnen.
Pic (Pick).
Piek: Gumbinnen, Steffensfelde (Rudstannen).
Pisch: Gumbinnen.
Pinjeon.
Peissan: Florhof (Florkehmen), Gumbinnen, Kaimeiskrug (Schilleningken), Angerhöh (Szuskehmen), Tutteln.
Peijan: Kieselkeim (Kieselkehmen), Lutzen (Lutzicken). (Der näherliegende Name Paysan = Bauer, Landwirt ist nicht eingewandert).
Pluquet (Plucquet).
Pluquett: Gumbinnen, Wiekmünde (Norgallen), Preußendorf (Pruszischken), Altkrug (Sadweitschen).
Pluquet: Großdatzen (Wertheim).
Pliquet: Gumbinnen.
Pliquett: Gumbinnen, Karmohnen, Lutzen (Lutzicken), Neuhufen (Naujeningken), Herzogskirch (Niebudszen), Krammsdorf (Stobricken), Angerhöh (Szuskehmen), Kleehagen (Groß-Cannapinnen).
Plickert: Gumbinnen, Pfälzerwalde (Budszedszen), Girnen, Jürgendorf (Jogelehnen).
Plikett: Pommerfelde (Lenglauken).
Precot (Precaut).
Brekau: Gumbinnen, Ohldorf (Kulligkehmen), Zweilinden (Stannaitschen).
Brekow: Gumbinnen.
Py.
Pie: Gumbinnen, Dauginten.
Rayquel (Rayque).
Regge: Gumbinnen, Falkenhausen (Bibehlen), Buchenrode (Skroblienen), Zweilinden (Stannaitschen).
Reichel: Gumbinnen.
Ritter, siehe Chevalier!
Rose.
Rose: Gumbinnen, Samfelde (Flicken). Rohse: Gumbinnen, Grünfließ (Karszamupdien). Rosian (Roussiau).
Rossian (?): Gumbinnen, Matzhausen (Matzutkehmen). Samt-Paul.
Saintpaul: Ohldorf, Bergendorf (Pakallnischken). Sauvcmt.
Sauvant: Gumbinnen, Schunkern (Blumberg), Jägersfreude (Sodinehlen). Soujenn (Sougeon).
Soujon: Gumbinnen, Eggenhof (Kuttkuhnen), Kaimeiskrug (Schilleningken), Großwaltersdorf (Walterkehmen). Schusseng: Gumbinnen, Eggenhof (Kuttkuhnen). Soujan: Zweilinden (Stannaitschen). Supplie (Suply). Suplie: Gumbinnen. Suppli: Gumbinnen.
Sippli: Gumbinnen, Schweizertal (Nestonkehmen), Eichenfeld (Wilpischen). Sipplie: Gumbinnen, Kanthausen (Jüdischen). Sipply: Gumbinnen, Prassfelde (Prasslauken). Sypli: Gumbinnen, Eichenfeld (Wilpischen). Zipplies: Gumbinnen, Großbaitschen. Thies.
Thies: Gumbinnen. Toussaint (Toussein).
Toussaint: Gumbinnen, Großgauden (Klein-Gaudischkehmen), Birkenhöhe (Schmulken), Sodeiken. Valet (Vallee).
Vallee: Gumbinnen.
Wallet: Matzhausen (Matzutkehmen).
Vouta (Voutat, Voutta).
Voutta: Gumbinnen, Baibern (Balberdszen), Falkenhausen (Bibehlen), Mittenfelde (Jodupchen), Mixein, Wiekmünde (Norgallen), Pendershof (Pendrinnen), Martinshagen (Plimballen), Amtshagen (Szirgupönen).
Wutta: Steffensfelde (Rudstannen).
VuiLleme (Vouilleme).
Vouilleme: Gumbinnen.

Folgende Namen sind in Stadt und Kreis Gumbinnen im Mannesstamm erloschen:

Allemand, Amiet, Andrie, Besson, Beynon, Bezir, Blair, Blanchard, Boiteux, Borquin, Bourgeois, Bourquain, Brenet, Sugnon, Calame, Camplair, Capitaine, Challet, Challier, Chatelain, Clotu, Cochoy, Cosandier, Corvoisier, Cousin, Deroches, Droz, Duvernois, Fagot, Forrer, Francois, Frene, Gagnebin, Genet, Germain, Girardin, Huberdreau, Hurtienne, Jabars, Jehow, Jese, Lardon, Legrand, Leplatenier, Mercier, Michaud, Mogeon, Monjeon, Nicolet, Pares, Pelet, Perlet, Perrelet, Petitjean, Peuchin, Portefaix, de Rameru, Renaud, de la Reussille, Robert, de Röche,
Rouissel, Sagne, Somon, Tavernter, Thoron, Tinnebare, Trotier, Vauche, Vinzere, Volumie, Vuisard.
Die Namen Arlart, Constant, Goullon, Mallee, Schmalong, Soldat sind nachweisbar hugenottisch.
Französische und deutsche Schweizer sind in fast allen Dörfern des Kreises Gumbinnen angesiedelt worden. An die Schweizer Einwanderung erinnern die Dörfer: Neuenburg (Schmulkehlen), Schweizerau (Schwiegsein), Schweizerfelde (Tublauken), Schweizertal (Nestonkehmen), u. a.

Nachfolgend einige Orte im Kreise Gumbinnen, in denen französische und auch deutsche Schweizer angesiedelt wurden:

Altkrug (Sadweitschen): Bahnert, Fain, Groß, Hermann, Leponer, Hauch, Weckerle, Coyan, Repholdt.
Altlinden (Jodszleidszen): Melang, Szupli.
Altweiler (Purwienen): Gassenser, Stocken.
Blecken: Garth, Wapp, Leponer, Schreiber, Kaßenßer, Thier.
Buchenrode (Skroblienen): Keller, Küster, Trockler, Schawaller. Das Geschlecht Schawaller ist in Diepoldsau (Kanton Sankt-Gallen) beheimatet.
Eichenfeld (Wilpischen): Gabat, Prusch, Lardan, Gangein, Gossine, Girro.
Falkenhausen (Bibehlen): Souvain, Umar, Etzmann, Busch, Bueche.
Hagelsberg (Wallehlischken): Loclair, Billa, Gousin, Rose, Dvate, Gousin.
Herzogskirch (Niebudszen): Nachtel.
Heubude (Laugallen): Faltz, Broszau, Dourau, Wittige.
Hohenwerder (Semkuhnen): Pernau, Beguin, du Barsz, Martingro, Pico, Tawerje, Lilüan, Pettre, Reinhardt.
Kailen: Frans.
Kanthausen (Judtschen): Jacot, Majan, Barbis, Petau, Nicolet, Jeune, Bart, Badagen, Clotu, Dipoel, Favre, Pechin, Mere (Maire), Hennemann, Goulome, Waltir, Bodayam, Beilot, Mellart, du Poel, Favre, Babis, Mauritz, Pechin, Geune, Gaiselas, Pernau.
Kleehagen (Guddatschen): Loclaire, Ganden, Seigne, Wissard.
Krausenbrück (Schlapacken): Desombre, Michel, Worm.
Kubbein: Skedien, Szupli, Bajahn.
Kutten: Flottron, Gousin, Gabot, Charte, Marchand.
Laurinshof (Warschlegen): Baute, Diboway, Baschlay, Laschay, Bahr.
Mittenfelde (Jodupchen): Torau, Hirtchen.
Mixein: Jacob, Westphal, Paget, Berteau.
Moosgrund (Schorschienen): Bernicke(r), Berger, Riemer.
Neuenburg (Schmulkehlen): Pusch.
Neupassau (Eszerningken): Gronau, Girandin, Regge, Etzmann.
Norbuden: Schmidt, Lemaitre.
Norutschatschen (Gumbinnen): Mitwans, Glabemann, Glaser, Ständer, Hoffstädter.
Praßfeld (Prasslauken): Rose, Sauvant, Marchand, Frene.
Pfälzerort (Drutischken): Faver, Protefeis.
Pfälzerwalde (Budszedszen): Uberhüber (1720 baten die Schweizer den König um die Anstellung eines Predigers in Budszedszen, weil die kirchliche Versorgung der französischen Schweizer in und um Jüdischen unzureichend war.), Pietter, Perle, Fernechon, Wosthai, Faver (1729 Schulmeister), Bainon, Jaqve, Flattron, Antrey, Peru, Morrae, Perre, Holz, Faver, Kilian.
Preußendorf (Pruszischken): Legier (1), Küchner, Heydemann, Pückler, Hetz. (1: Arzt Joachim Legier „der Schweizer Doktor" und sein Bruder Rysch Legier stammen aus Diesbach [Kanton Glarus]. Der Vater Andreas Legier hatte aber schon Ende des 17. Jahrhunderts seinen Wohnsitz nach Melans in Graubünden verlegt. Von dort aus hat er 1691 für sich und seine beiden Söhne Joachim und Rysch das glarnerische Landrecht erneuert [nach Frey]. Gestorben ist „der alte Schweizer Doctor" am 9. 10. 1744 [Kirchspiel Sadweitschen]. Das hier vermerkte Alter — 84 Jahre — stimmt allerdings mit den früheren Angaben nicht überein. Danach müsste er 1744 80 Jahre alt gewesen sein. Bei der Meldung des Sterbefalles handelte es sich wohl um eine willkürliche Schätzung. — Nach Schweizer Listen von 1751 ein Andreas Legier [QD mit Anna Maurer] in Pruszischken, der zusammen mit Thomas Ohrt [= Thomas Oertli aus Ennenda, Kanton Glarus] einen Bauernhof von 1 H. 10 Mg. 10 ½ R. bewirtschaftete. Am 21.10.1750 heiratete ein Joachim Legier aus Florkehmen [südwestlich von Gerwischkehmen] eine Maria Capeduller aus Berschkallen. Um 1830 eine Familie Legier in Rudinn [nördlich von Gumbinnen] Kb. Gumbinnen.)
Puspern: Didschluser, Feldtmann, Gerle, Meyrer.
Ringfließ (Rudupönen): Thies, Famill, Flechel, Collier, Olivier.
Roseneck (Worupönen): Birnicker, Apozeller, Führer, Öchster, Haltner, Cammer.
Roßlinde (Brakupönen): Mentzi. In der Schweiz Menzi, Kspl. Sad.-Gumb.: bis 1755 Mensi, dann Menz. Beide Siedler stammten aus Kerenzen, Kanton Glarus (Frey, Die Auswanderung glarnerischer Familien nach Litauen. Sonderdruck Glarus 1931). 1895: Gutsbesitzer Mentz, Narpgallen (nordöstl. von Gumbinnen) 314,03 ha, Domänenpächter Jul. Mentz Kampischkehmen (südwestl. v. Gumb.) bewirtschaftete 444,89 ha (Handbuch des Grundbesitzes im Deutschen Reiche. Band Ostpreußen. Berlin 1895) 1908: Domänenpächter Hans Mentz Sodargen zus. 664,4 ha (im NO des Kr. Stallupönen), Debler, Britt, Kamm, Ackermann, Menzel (s. Anmerkung zu Mentzi !), Niederer, Kamm, Puff, Heer.
Samfelde (Szameitschen): Robbert.
Schweizerau (Schwiegsein): Faveur, Challame, Griszar, Marchand, Challiet, Rosele.
Schweizersfelde (Tublauken): Zegken, Pinsch, Schulser, Schmidt, Striecker, Hadanck (richtig Adank), Geldtzer, Leponer.
Seilhofen (Waiwern): Girro, Perre, Cherpietto, Müller.
Sodeiken: Minachau, de Biere.
Sprindort (Szurgupchen): Robbert, Mehr (Maire).
Springen: Fitz (heute Fetsch, in der Schweiz Vetsch, aus Warbau), Reich, Eggenberger, Zogk, Puisch, Klarner.
Steinsruh (Cannapinnen): Mersur, Kleinhauß.
Turen: Küchner, Kantzey, Helming, Schlößer.
Wolfseck (Wilkoschen): Diboway, Mathey, de Calame. 

 (Quelle: Gumbinnen von Dr. Grenz - Autor: Otto Gebauer)


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